GT Academy 2011

Sony hat zum deutsch österreichischen Finale der GT Academy 2011 in den Red Bull Hangar-7 nach Salzburg geladen und als Freund des virtuellen Rennsportes, war ein Besuch natürlich obligatorisch. Obwohl ich meine virtuellen Runden auf einer anderen Plattform drehe, ist der fünfte Teil der Gran Turismo Reihe nicht spurlos an mir vorbeigegangen und umso gespannter war ich auf das Konzept, die Idee sowie Umsetzung der GT Academy.

In Zusammenarbeit mit Nissan startete vor zwei Monaten die dritte Auflage des Wettbewerbs und wie bereits in den beiden Jahren zuvor sind die beiden japanischen Konzerne auf der Suche nach Nachwuchsrennfahrern. Die Teilnehmer müssen ihr Können in einem halb virtuelle, halb reale Motorsport-Wettbewerb unter Beweis stellen um einen Platz im GT Academy Race Camp in Silverstone zu gewinnen. Nach Silverstone geht es weiter in Richtung internationale Rennlizenz sowie einer komplett gesponserte Fahrt in einem Nissan 370Z GT4 beim 24-Stunden-Rennen in Dubai.

Bis dahin ist es aber noch ein langer Weg und dieses Wochenende fanden erstmal die regionalen Ausscheidungen für Österreich und Deutschland statt. 20 Spieler (5 Österreicher und 15 Deutsche) haben sich vorab online qualifiziert und müssten am ersten Tag erneut ihre Fähigkeiten am virtuellen Asphalt beweisen. Nach drei Rennen reduzierte sich das Teilnehmerfeld auf zwölf Fahrer und nach einem abendlichen Shootout (die schlechtesten vier Spieler trafen im direkten Vergleich aufeinander) waren die zehn Teilnehmer für den finalen zweiten Tag ermittelt. Die genauen Ergebnisse sowie weitere Informationen zum ersten Tag gibt es bei den Kollegen von eLhabib.at (Teil 1 & Teil 2).

Deutlich spannender und auch actionlastiger war für die verbleibenden Teilnehmer der zweite Tag. Die vertraute virtuelle Welt stand plötzlich nicht mehr im Vordergrund und es wurden sowohl die mentalen als auch physischen Grenzen in vier unterschiedlich gewichteten Disziplinen ausgelotet. Wie bereits am vorhergegangen Tag ging es anfangs erneut an die PlayStation 3 um in einem finalen virtuellen Test die ersten Punkte des Tages zu sammeln. Direkt danach stand der Presse Test an, in welchem zweisprachig die Medienkompetenz, Eloquenz und das generelle Auftreten von einer vierköpfigen Fachjury beurteilt wurde.

Nach einer kurzen Pause und einem Wechsel der Örtlichkeit stand wohl der für viele Spieler schwierigste Teil an, der Fitness Test. Der von Nissan konzipierte Test orientierte sich an den körperlichen Anforderungen an einen Rennfahrer und verlangte alles von den potentiellen Nachwuchsrennfahrern ab. Am Programm standen neben dem Bleep Test (Wikipedia; für die volle Punktzahl musste Level 15 erreicht werden), Liegestütze (für die volle Punktzahl waren 81 Liegestütze erforderlich), Sargent Jump (Wikipedia; volle Punkt gab es bei 90 cm) auch der meiner Meinung nach sehr extreme Plank Test. Bei diesem ist der Körper in einer horizontalen Positionen und man stützt sein gesamtes Gewicht mit den Ellenbogen. Diese Position muss dann so lange wie möglich gehalten werden (die volle Punktzahl gab es nach 4 ½ Minuten). Klingt zwar unheimlich einfach, ist aber für nicht geübte Personen innerhalb weniger Sekunden extrem anstrengend und noch viel anstrengender wenn man die vorhergegangene Tortur berücksichtigt.

Der letzte und wohl wichtigste Test war die Fahrprüfung im Nissan 370Z. Unter Anleitung des Nissan Driving Instructor wurden die Fahrtechnik (es wurde nicht auf Zeit gefahren) der einzelnen Teilnehmer getestet und bereits nach wenigen Minuten lag der Geruch von verbrannten Gummi in der Luft. Es wurde auf Teufel komm raus gedriftet und nach den etwa zehn Minuten langen Fahrten stieg nicht nur ein Teilnehmer mit leicht zitternden Beinen und Händen aus dem Sportcoupé des japanischen Automobilherstellers.

Für jede der vier Disziplinen wurden Punkte vergeben (virtuelles Rennen – max. 30 Punkte, Pressekonferenz – max. 10 Punkte, Fitness Test – max. 20 Punkte, technische Fahrprüfung – max. 40 Punkte) um am Ende des Tages die beiden besten Nachwuchsrennfahrern zu küren. Mit unglaublichen 84,45 Punkten gewann Sascha Meyenborg (PSN ID: mborg10) vor Alexander Welke (76,55 Punkte, PSN ID: porschebiturbo) und die beide Gewinner dürfen sich auf das einwöchige GT Academy Race Camp in Silverstone freuen und dürfen auf den Durchbruch als Rennfahrer sowie die Teilnahme am 24-Stunden-Rennen in Dubai hoffen.

Neben dem unglaublich guten Wetter hat Sony mit dem diesjährigen lokalen Finale der GT Academy 2011 eine echte Glanzleistung hingelegt. Es ist verdammt lange her, dass ich eine solch gut geplante und durchdachte Veranstaltung im deutschsprachigen Raum erleben durfte. Das Programm war abwechslungsreich und hat sich im Gegensatz zum Vorjahr auch stärker an den realen Herausforderungen eines Rennfahrers orientiert (2010 fand das Finale rein virtuell statt). Alle Teilnehmer waren super freundlich und immer für ein Gespräch zu haben und auch das Sony Team vor Ort kann nur lobend erwähnt werden. Der Hangar-7 war als Veranstaltungsort sehr gut gewählt und obwohl die Verpflegung für manche Teilnehmer schon als zusätzliche Herausforderung gezählt hat, waren das Essen sowie die Getränke meiner Meinung nach ausgezeichnet (Tweet inklusive Foto). Weitere Informationen zur GT Academy gibt es auf Facebook. Vielen Dank nochmals an Roland vom deutschsprachigen PlayStation Blog sowie an das österreischische PlayStation Team für die freundliche Einladung nach Salzburg.