Expertise

Vor ein paar Wochen wurde ich von einer Arbeitskollegin während einer Besprechung in einem Nebensatz als Experte für Videospiele bezeichnet. Nach dem Termin und bei einer Tasse Tee erkundigte ich mich aus persönlicher Neugierde wie sie zu diesem Eindruck kommt. Ihre Begründung war im Prinzip mein Blog, also genau diese Internetseite hier. Ich glaube inhaltlich war es irgendwie so, dass ich Videospiele spiele, darüberschreibe und mich mit dem Medium beschäftige. So beiläufig die initiale Aussage gekommen ist, so rasch habe ich diese wieder vergessen und dem Nebensatz keine weitere Beachtung geschenkt. Aber Menschen sind oder ich bin manchmal kompliziert und seither hat mich diese Bemerkung gedanklich immer wieder eingeholt. Es ging dabei aber weniger um den Nebensatz oder den Zeitpunkt, sondern viel mehr um den Aspekt des Experten zum Thema Videospiele. Initial ist es selbstredend schmeichelnd, wenn einem von jemanden eine Expertise zu einem Thema attestiert wird. Aber je häufiger ich in meinem Kopf diese Facette durchdachte, desto mehr bin ich für mich zum Schluss gekommen, dass es in meinem Fall schlichtweg nicht stimmt. Ich gehe sogar weiter und sehe aus meiner Perspektive meine Einstufung als Experte für Videospiele als totalen Blödsinn und möchte auch nicht als solcher gesehen werden.

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Untitled Goose Game

Also ein Videospiel, in dem man in die Rolle einer Gans schlüpft und dann Aufgaben erfüllt, was vereinfacht immer auf etwas Randale und leichtes Chaos bei den Bewohnern der Videospielwelt rausläuft. Man navigiert mit der Gans durch unterschiedliche Szenarien und überlegt auf welche Art und mit welchen Hilfsmitteln die pro Bereich individuelle Liste an Aufgaben erfüllt werden kann, um schlussendlich zum nächsten Bereich zu gelangen. Das eigene Bewegungsrepertoire ist der Tatsache geschuldet, dass man die Rolle eines Geflügeltiers einnimmt, entsprechend limitiert und so kann man mittels Tastendruckes etwas schneller laufen, die Flügel ausbreiten, den Schnabel zum Boden neigen, mit Objekten interagieren und schnattern. Klingt minimalistisch merkwürdig, funktioniert aber soweit um das Videospiel, welches eine Mischung der Genres Stealth, also Schleichen, und Puzzle, also Rätsel lösen sowie kombinieren, darstellt, innerhalb von etwa zwei bis drei Stunden erstmalig zu beenden. Was zwischen Start und Ende passiert? Erkunden der Umgebung, Analyse der Ist-Situation, Lösungsfindung zur gewünschten Soll-Situation, etwas herumprobieren, sich selbst die Frage stellen weshalb die Gans so böse ist, unkontrolliertes Schnattern zur eigenen Erheiterung und sich mehrfach die Frage stellen was man da eigentlich gerade tut.

Untitled Goose Game - Xbox One Packshot
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What To Play Next

Momentan befinde ich mich in einer für mich eher ungewohnten und fast schon komischen Lage sowie Stimmung hinsichtlich Videospiele beziehungsweise dem Spielen von Videospielen. Über die letzten Monate hinweg habe ich einen für mich rückblickend guten als auch regelmäßigen Rhythmus hinsichtlich des Konsums von Videospielen gefunden. Zu großen Teilen funktioniert dieser Rhythmus auch noch, zum Beispiel an den beiden wöchentlichen Abenden, an denen ich auf Twitch streame. Aber abgesehen von diesen zwei Fixpunkten bin ich irgendwie ratlos unmotiviert, ja ratlos unmotiviert beschreibt es wirklich ganz gut. Mit etwas Abstand klingt meine derzeitige Situation wie mein Wunschtraum von vor einem Jahrzehnt, denn ich habe aktuell deutlich mehr verfügbare Zeit als die letzten Monate oder gar Jahre, meine Liste an Titeln, die ich gerne spielen möchte wenn ich endlich genug Zeit habe ist über den Lauf der Zeit ordentlich angewachsen, meine digitale Videospiel-Bibliothek umfasst irgendwie mittlerweile fast 500 Titel und durch Dienste wie den Xbox Game Pass, Nintendo Online oder PlayStation Now kommen noch mal ein paar Dutzend bis Hunderte hinzu. Aber trotz all dieser Faktoren, habe ich keine Ahnung was ich spielen soll, ich habe keinen Plan was mir gefallen wird und keine Idee, welcher Titel mich so sehr begeistert, dass ich bei diesem bis zum Ende motiviert dranbleibe. Daraus resultieren zwei Fragen: Warum und was spiele ich als nächstes?

Dice
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Luigi’s Mansion 3

Und der dritte Teil einer Videospiel-Serie und ich habe keinen der beiden vorherigen Teile gespielt und habe ehrlich gesagt bis kurz vor dem Erscheinen des dritten Teils nicht mal gewusst, dass es überhaupt einen zweiten Teil von Luigi’s Mansion gab beziehungsweise gibt. Klingt nach einer interessanten Ausgangssituation für meinen Text über das aktuelle Videospiel der Reihe. Aber das Schöne an Luigi’s Mansion 3 ist, dass dieses fehlende Wissen komplett egal ist, denn Luigi’s Mansion 3 basiert rein auf dem Grundgedanken der Serie, das Erkunden sowie Kämpfen gegen Geister mit einem modifizierten Staubsauger, und macht den Rest einfach anders und neu.

Luigi's Mansion 3 Nintendo Switch Download Card
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I’m A Streamer

Also ich bin kein Streamer in dem Sinn, wobei eigentlich doch, aber am Ende ist es dann doch etwas anderes in der Art. Meine Ausgangssituation und grundlegende Motivation ist im Prinzip relativ einfach. Ich besitze eine Videospielkonsole mit der integrierten Möglichkeit auf den beiden Plattformen Twitch sowie Mixer zu streamen, mein Internetzugang ist schnell genug um eine Übertragung der am Fernseher dargestellten Inhalte in brauchbarer Qualität zu ermöglichen, immer öfter konsumiere ich passiv Videospiel-Streams als Hintergrundrauschen während ich am PC arbeite und ich bilde mir ein, dass ich über die letzten Monate die Faszination hinter dem Thema Streaming besser verstanden habe als andere Trends der Videospiel-Industrie der letzten Jahre. Meine Motivation? Ein Streamer zu sein kann doch eigentlich im Jahr 2019 nicht so schwierig sein. Deswegen habe ich für mich beschlossen ein Experiment zu starten. Vor ein paar Wochen habe ich entschieden ein Streamer auf Twitch für zumindest drei Monate zu werden. Die ersten zwei der drei Monate sind nun vorüber und es ist gefühlt an der Zeit für mich den Status quo sowie die bisherigen Erkenntnisse meines Selbstexperiments zu Papier zu bringen.

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The Legend Of Zelda: Link’s Awakening

Viele deutschsprachige Texte über Videospiele versuchen einen guten Gesamteindruck des jeweiligen Titels zu vermitteln und im optimalen Fall hat der Leser am Ende des Beitrags alle relevanten Informationen, um eine Kaufentscheidung treffen zu können. Das Verfassen solcher Beiträge erfordert ein gewisses Können und man muss sich mit dem jeweiligen Titel auseinandersetzen, aber solche Texte zu schreiben hat sich zumindest für mich nie so wirklich gut oder auch richtig angefühlt, deswegen mag ich solche Texte auch nicht. Ähnlich verhält es sich mit The Legend Of Zelda: Link’s Awakening, jedoch anders herum. Anders, denn obwohl sich der Titel stark an einem anderen Teil der The Legend of Zelda-Serie orientiert, ist The Legend Of Zelda: Link’s Awakening aufgrund der ursprünglichen Herkunft aus dem Jahr 1993 und für den Game Boy von Nintendo als Plattform sehr anders als vorherige sowie nachfolgende The Legend of Zelda-Ableger. Anders auch, denn das damalige Original war für mich für Jahrzehnte der beste Teil der Serie, eine Sache, die für viele andere Videospieler hinsichtlich der Ableger Ocarina of Time auf dem Nintendo 64 oder Breath of the Wild auf der Nintendo Switch unverständlich ist. Aber Zeiten ändern sich und nach Jahrzehnten habe ich einen neuen Lieblingsteil der Videospielreihe, nämlich das gleichnamige Remake des Action-Abenteuers auf der Nintendo Switch. Die Erklärung weshalb dies so ist, ist eigentlich relativ simpel und dadurch am Ende eigentlich wieder kompliziert und auch anders.

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