Beyond Medusa’s Gate

Vor ein paar Wochen verschlug es mich samt Begleitung nach Traunkirchen in Oberösterreich. Ein Ort im Salzkammergut, der mit etwas mehr als 1600 Einwohnern als eher überschaubar bezeichnet werden kann. Das Ziel an diesem Tag war aber nicht der Blick auf den Traunsee von der Terrasse eines der Gastronomielokale direkt am Wasser, sondern ein etwa 36 m² großer nahezu leerstehender Raum neben der Bankfiliale am Marktplatz direkt gegenüber der Kirche. Dieser Raum war der Absprungpunkt für uns, denn bereits ein paar Minuten nach dem Eintreffen und durch das vorhandene technische Equipment im Wert eines Mitteklassewagens klärte uns die virtuelle Trainingskoordinatorin von Abstergo Industries über unser heutiges Ziel in der anstehenden Simulation auf. Es ging ins antike Griechenland, genauer in eine ägäische Küstenhöhle, um das dort ankernde legendäre Schiff der Argonauten hoffentlich zu finden und damit auch aus der Höhle zu entkommen. Wenige Sekunden später verschwanden jegliche erkennbare Fragmente der Computer-Simulation und die gemeinsame Mission unter dem Titel Beyond Medusa’s Gate startete für uns beide in einem kleinen nahezu stockdunklen Raum und wir hatten nur eine Stunde Zeit um unsere Mission zu absolvieren.

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Video Game Trade Shows Vs Communication Strategy

Früher, als ich noch etwas jünger war, waren mehrere Trips pro Jahr zu Videospiel-Messen etwas Normales für mich. Sieben Jahre lang ging es für mich jedes Jahr im August auf die Games Convention nach Leipzig, mit einer ähnlichen Häufigkeit nur etwas später im Herbst stand die Game City in Wien am Plan, ein paar Jahre lang ging es regelmäßig zur gamescom nach Köln und etliche andere Videospiel-Messen wie die E3 in Los Angeles oder die EGX in Berlin wurden im Laufe der Zeit zumindest einmal von mir besucht. Wie eingangs erwähnt früher, denn irgendwann habe ich die Lust daran verloren. Sehr viele Menschen an einem Ort, unheimlich wenig Zeit und anstrengende Tage bei wenig erholsamen Schlaf ist eine Kombination, auf die ich im Alter von mittlerweile 35 plus verzichten kann. Obwohl ich Videospiel-Messen, abgesehen von wenigen nicht regelmäßigen Ausnahmen, seit Jahren nicht mehr besuche, verfolge ich die im Rahmen dieser stattfindenden Berichterstattung weiterhin gerne und auch bewusst. Vielleicht ist es die Macht der Gewohnheit, aber die Intervalle zwischen den relevanten Veranstaltungen in Kombination mit einer hohen Menge an Informationen an diesen wenigen Tagen, haben sich über die Jahre unbewusst bei mir eingebrannt. Ich habe mich zwar immer wieder mal gefragt wie sinnvoll und zielführend diese Systematik der Informationsflut auf Videospieler für die Unternehmen der Videospiel-Industrie tatsächlich ist und manche nutzen auch bereits seit Jahren zusätzliche oder alternative Kanäle wie zum Beispiel voraufgezeichnete Präsentationen in Videoform, aber so komplett in Frage gestellt habe ich dieses bestehende Vorgehen nicht. Dieses Jahr, also 2020, ist aufgrund von COVID-19 und den damit einhergehenden Maßnahmen wie Abstand halten, der eingeschränkten internationalen Mobilität sowie natürlich der gesundheitlichen Gefahr total anders und hat auch Auswirkungen auf Videospiel-Messen und der parallel stattfindenden Kommunikation von Neuigkeiten. Auswirkungen in dem Sinne, dass im Prinzip alle Veranstaltungen abgesagt wurden. Inhaltlich die richtige Entscheidung, in einem Jahr in dem neue Videospiel-Konsolen veröffentlicht werden, eine sehr ungewohnte Situation hinsichtlich der Kommunikationsstrategie der Betreiber von Videospiel-Plattformen und auch dem Rest der Videospiel-Industrie.

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Carrion

Irgendwie möchte ich mit einer hochtrabenden schlauen Einleitung wie zum Beispiel Carrion ist ein Videospiel aus dem Genre Metroidvania, in dem die übliche Rollenverteilung umgedreht wird und man als Videospieler die Kontrolle über ein schwabbeliges fleischiges Monster mit zig Augen, Mündern und Tentakeln unbekannter Herkunft übernimmt, um aus einem unterirdischen Labor, in dem man gefangen gehalten wird, zu entkommen. Irgendwie möchte ich aber gleichzeitig keine Einleitung, die man vermutlich in ähnlicher Form zigfach in anderen Beiträgen über Carrion zu lesen und hören bekommt. Aber dennoch etwas, um die Grundprämisse des inhaltlich unkonventionellen Titels kurz und prägnant wiederzugeben. Wortspiele, blumige Umschreibungen oder dahingedroschene Standardphrasen bieten sich an, wären aber zu einfache Hilfsmittel und Methoden. Vermutlich passen vier Themen ohne direkten Zusammenhang, die mir nach den etwa vier Stunden Spielzeit während des Abspanns im Kopf geblieben sind, als Einleitung gut: Snacken statt Sneaken, der Flow zwischen unglaublicher Übermächtigkeit sowie fragiler Verwundbarkeit, das Sammeln von einzigartigen erinnerungswürdigen Momenten und dass Carrion kein Videospiel aus dem Genre Metroidvania ist.

Carrion - Nintendo Switch Box
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Gaming-PC

An einem Freitagnachmittag Ende Juni bin ich aus dem Büro raus, ins Auto gestiegen und das Ziel meiner Fahrt war eine Filiale meines bevorzugten PC-Händlers. Eine Viertelstunde später und mit 1.711,85 Euro weniger am Bankkonto, habe ich unterschiedlich große Verpackungen von PC-Komponenten in den Kofferraum meines Autos geladen. Am kurzen Weg heim ist es mir dann endgültig bewusst geworden, ich bin nach fast 17 Jahren wieder Besitzer eines Gaming-PCs. Und auch wenn es etwas übertrieben oder gar kitschig klingen mag, ich freue mich darüber sehr und es fühlt sich auch irgendwie richtig an. Warum ich das so betone? Als ich damals mein liebstes Hobby auf die Original Xbox verlagert habe, war ich mir sicher, dass nicht passieren kann, was mich von der Videospielkonsole zurück zum PC bringt. Eine Videospielkonsole ist zum Spielen da, ein PC ist zum Arbeiten da. Eine klare Trennung, die für mich lange funktioniert hat. Aber das Jahr 2020, das Jahr in dem eine neue Generation der PlayStation und auch Xbox veröffentlicht wird, ist anders und ich breche mehr als nur bewusst meine damals selbst definierte Trennung von Arbeit und Vergnügen mit einem neuen Gaming-PC anstelle einer neuen Videospielkonsole.

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Minecraft Dungeons

Wie beginnt man seinen Text zu einem Videospiel, auf welches man sich sehr gefreut hat und welches sich am Ende als einfach nur okay herausgestellt hat? Meiner Meinung nach mit Fragen, denn auch während des Spielens stellen sich einige davon. Beispiele solcher Fragestellungen sind zum Beispiel weshalb man das Videospiel dennoch weiterspielt, welche persönlichen Erwartungshaltungen nicht erfüllt werden konnten, wieso es zusammengefasst nur okay ist und was bei einer so optimal klingenden Ausgangslage wie bei Minecraft Dungeons eigentlich passiert ist, um zu einem solch ernüchternden Resultat zu kommen.

Minecraft Dungeons Code Card
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Change

Dies ist jetzt der fünfte Anlauf für den ersten Absatz dieses Beitrags über Veränderung. Verschiedene Ansätze mit blumigen Umschreibungen und Metaphern habe ich versucht, für mich hat aber keiner dieser Gedanken gut, passend oder ehrlich geklungen. Deswegen die Entscheidung, dass ich es simpel halte und einfach direkt auf den Punkt komme, konkret den Auslöser für diesen Beitrag. Vor einigen Wochen habe ich auf einem sozialen Netzwerk eine private Nachricht von jemanden erhalten. Inhalt war, dass sich der Verfasser der Nachricht über den Stil, sowie über die Inhalte der letzten Wochen und Monate monierte und aufgrund dessen auch von mir persönlich enttäuscht ist. Das Fazit der Nachricht war, dass ich mich im Gegensatz zu früher verändert habe und diese veränderte Art nicht gefällt. Ich habe diese Rückmeldung zur Kenntnis genommen und wusste anfangs nicht wirklich was ich damit anfangen soll. Am Ende habe ich ungewollt einige Zeit über die Kernaussage nachgedacht, dabei unter anderem selbst reflektiert und entschieden teilweise meine Gedanken dazu in schriftlicher Form festzuhalten.

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