Ori And The Will Of The Wisps

Erfolgreiche Videospiele bekommen oft einen Nachfolger, meine grundlegende Einstellung gegenüber dem zweiten Teil von Videospielen ist verhältnismäßig kritisch als auch skeptisch im Vorhinein. Und bei Videospielen, die ich sehr sehr gerne habe, ist die Ausgangsituation bezüglich Nachfolger am ehesten mit einem innerlichen Drahtseilakt zu vergleichen. Zu intensiv und oft zu wichtig sind für mich die Erinnerung an die Spielerfahrung zum Vorgänger, zu hoch ist die Gefahr, dass davon auch nur das kleinste Etwas durch eine aus meiner Sicht falsch getroffene Entscheidung in Mitleidenschaft gezogen wird. Ein Grundmotiv weshalb ich Nachfolgeteile in einer Reihe oft gar nicht spiele. Meine Angst, eine Enttäuschung aus unterschiedlichen Gründen zu erleben und die Furcht, vergangene Erlebnisse zu verwaschen, ist während des Spielens ein dauerhafter Begleiter. Ich habe das im Jahr 2015 erschienene Ori And The Bild Forrest geliebt und es ist momentan das einzige Videospiel, welches ich jedes Jahr aufs Neue spiele und in mir etwas auslöst, was meine Liebe und Faszination zum Medium Videospiele am Vollumfänglichsten beschreibt. Ein Thema, wenn man einen Titel so sehr schätzt und liebt wie ich Ori And The Blind Forrest, ist, dass man um den zweiten Teil trotz aller persönlich motivierter Bedenken nicht herumkommt. Willkommen bei meiner persönlichen Achterbahnfahrt mit Ori And The Will Of The Wisps, dem zweiten Teil meines Lieblingsvideospiels.

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Not A Next Generation Video Game

Es ist manchmal schon interessant, welche Gedanken man hatte, konkret welche Gedanken man zur Zukunft hatte, noch konkreter hinsichtlich dieses Textes formuliert, wie man sich vor dem Generationswechsel von Videospielkonsolen ein Videospiel der nächsten Generation vorgestellt hatte. Vor etwa sechs Jahren habe ich, lange vor der Ankündigung der Nintendo Switch und ein paar Monate nach der Veröffentlichung der Sony PlayStation 4 sowie der Microsoft Xbox One, versucht ein Videospiel der nächsten Generation zu definieren. Heute lesen sich meine damaligen Gedanken für mich sehr, naja sagen wir mal merkwürdig. Die Überlegungen von damals zeigen aber dennoch gewisse Tendenzen, welche sich in der aktuellen Generation an Videospielkonsolen traurigerweise häufig bestätigt haben. Zusammengefasst war bei der Weiterentwicklung des Mediums in den letzten Jahren ein dominanter Fokus zu Größer, Schöner und Fortsetzungen feststellbar. Heute ist die damalige nächste Generation die aktuelle Realität und die Videospiel-Industrie befindet sich erneut ein paar Monate vor der nächsten Generation an Titeln für neue Videospielkonsolen. Im Gegensatz zu vor sechs Jahren ist bei diesem Wechsel aber vieles anders und für mich stellt sich ebenso eine andere Frage: Was sind für mich eigentlich keine Videospiele der nächsten Generation?

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The Flower Collectors

Die Auswahl, welches Videospiel ich spiele und über welchen Titel ich einen Beitrag verfasse, ist zum einen davon abhängig was ich während der letzten Wochen gespielt habe und auch in welche Richtung meine Stimmung inhaltlich während meiner Schreibphasen tendiert. Dieser Beitrag dreht sich um The Flower Collectors, einem Videospiel mit starkem Fokus auf die erzählte Geschichte. Der Titel spielt in den 1970ern während der politischen Protestbewegungen in Barcelona und erzählt eine fast schon klassische Detektivgeschichte, welche es als Videospieler gilt aufzulösen und zu erleben. Aus der Egoperspektive wird beobachtet, bewertet, kommuniziert, kombiniert und viel wichtiger, die von The Flower Collectors geschaffene Atmosphäre der Videospielwelt in allen Facetten aufgesogen. Man merkt es an meinen bisher genutzten Formulierungen, der Titel hat mir gefallen oder ausgeschmückt formuliert, der Titel hat es mir auf unterschiedlichsten Ebenen doch sehr angetan. Weshalb? Ich vermute es hat etwas mit dem Thema Zielgruppen zu tun. Auch wenn ich nicht viel vom inhaltlichen Entstehungsprozess eines Videospiels verstehe, gehe ich davon aus, dass Videospiele mehr oder weniger mit unterschiedlichen Zielgruppen im Hinterkopf entworfen und entwickelt werden. Um diesen Gedanken zu verdeutlichen, versuche ich diesen anhand von The Flower Collectors möglichst strukturiert auszuführen.

The Flower Collectors PC Packshot

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Physical Distancing

Normalerweise versuche ich soweit es möglich ist absolut keinen Bezug zu aktuellen Themen in meinen Beiträgen zu haben. Normalerweise versuche ich mit meinen Texten eine in sich geschlossene Geschichte zu erzählen, im Regelfall auf inhaltlicher sowie sprachlicher Ebene. Normalerweise versuche ich zu unterhalten, manchmal zu überraschen sowie zum Nachdenken anzuregen. Normalerweise veröffentliche ich­­ zwei Texte pro Monat, einen zu einem Videospiel und den anderen zu einem generellen Thema mit Bezug zu Videospielen. Die letzte Sache ist wohl das einzige was normal bei diesem Beitrag ist, denn der Rest ist ungewohnt. Aber ungewohnte Texte sind in ungewohnten Zeiten wohl das Normalste, denn am Ende stellt sich die Frage was ist eigentlich noch normal. Die Viruserkrankung COVID-19 hat sich im März 2020 zu einer weltweiten Pandemie entwickelt und hat unser tägliches Leben verändert. Es wurden von den Regierungen der Welt erforderliche einschneidende Maßnahmen ergriffen und seit etwa vier Wochen versuchen wir alle mit massiv reduzierten sozialen Kontakten, der Einhaltung aller Auflagen bei Bewegung im öffentlichen Raum sowie mit so weit wie möglich zu Hause bleiben, die Geschwindigkeit der Ausbreitung des Virus zu verringern. Dieses bewusste physische Distanzieren scheint momentan die effektivste Maßnahme hierfür zu sein, dieses explizite Abstand voneinander halten änderte bereits unsere Gewohnheiten kurzfristig und wird es auch nachhaltig tun. Darum soll es aber eigentlich gar nicht gehen, aber es hilft vielleicht, um zu einem späteren Zeitpunkt oder vielleicht auch heute meine Gedanken hinter diesem Beitrag zumindest etwas zu verstehen. Was nämlich folgt, ist meine nicht zusammenhängende Auflistung an Möglichkeiten als Videospieler und Fan von Popkultur in Zeiten des physischen Abstands voneinander mit Freunden und Gleichgesinnten eine soweit es möglich ist gemeinsame gute Zeit zu verbringen, zumindest ist es das was ich momentan mache und mir auch in während dieser ungewohnten Zeit hilft.

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Gears 5

Es ist schon einige Zeit her, dass ich Gears 5 gespielt habe und gleich vorweg, ich bin wohl eine der ungeeignetsten Personen, um über dieses Videospiel zu schreiben. Mich verbindet emotional wenig bis nichts mit der der Reihe und obwohl ich alle früheren Teile der Serie gespielt habe, auch gerne gespielt habe, war Gears of War nie eine Reihe, bei der es für mich salopp gesagt Klick gemacht hat. Optisch seit dem ersten Titel auf der Xbox 360 atemberaubend bombastisch, Mechaniken als auch das Spielgefühl haben mit Gears 5 die Referenz im Genre der Third-Person-Shooter weiter gefestigt und es sind neben einigen anderen Titeln die beliebtesten, bekanntesten und nüchtern betrachtet auch besten Videospiele, die man auf der Xbox-Plattform spielen kann. Alles für mich nachvollziehbar und ich verstehe logisch weshalb Videospieler eine solche Begeisterung für Gears of War haben. Die in den Titeln inhaltlich stark ausgeprägte Bro-Mentalität samt aller maskuliner Klischees, starke Kerle die ihre kollegiale Verbindung zueinander aufgrund der Umstände sehr bruderschaftlich sehen und dies alles verbal als auch durch die Art und Weise des Handelns ausleben, passt irgendwie zum dystopisch chaotischen Kriegsszenario und sprach damals gezielt auch einen beträchtlichen Teil der Besitzer einer Xbox 360 im Jahr 2006 an. Einer Zeit, zu der die Videospielkonsole von Microsoft in einem frühen und wichtigen Lebenszyklus war und unter anderem einen relevanten Fokus auf junge männliche erwachsene Videospieler gelegt hat. Ich persönlich konnte mit dieser allgegenwärtigen Bro-Mentalität in Gears of War nichts anfangen, hatte aber dennoch Spaß am Rest des Videospiels.

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Offline Connectivity

Vor etwa sechs Monaten habe ich mir nach längerer Überlegung eine Nintendo Switch gekauft. Trotz meiner Affinität gegenüber Videospielen habe ich gedanklich in den letzten Jahren immer wieder bezüglich der Kaufentscheidung mit mir selbst gehadert und einer der Gründe dafür war und ist Nintendo, konkret die im Vergleich zu Microsoft als auch Sony nicht wirklich vorhandene Online-Strategie des Unternehmens. Seit Jahren bin ich es von meiner Xbox One gewohnt, dass ich zu jedem Zeitpunkt verbunden bin, dass ich problemlos Nachrichten als auch Einladungen zu Chats sowie virtuellen Videospielabenden von anderen Videospieler erhalten als auch an diese versenden kann und der Meinung, dass diese permanente Konnektivität, sprich diese Hyper-Konnektivität, irgendwie auch eine Art Bereicherung für meinen Konsum von Videospielen darstellt. Immer online, immer erreichbar und fast jeder Titel, den ich spielte, hatte unabhängig von Genre als auch der Art eine Anbindung an die Online-Systeme der Videospielkonsole. Dinge, die man als jemand der Videospiele als ein Hobby bezeichnet, mittlerweile als normal sieht. Dinge, die bei Nintendo, beim Online-Dienst der Nintendo Switch und bei vielen Videospielen auf dieser Plattform irrelevant sind. Seit ich in Besitz der portablen Videospielkonsole bin, hole ich diverse in den vergangenen Jahren für die Nintendo Switch erschienenen Videospiele nach, im Prinzip davon alle ohne eine aktive Internetverbindung, ich spiele quasi offline. Obwohl ich eigentlich dachte, dass sich diese fehlende Konnektivität im Jahr 2020 nicht mehr zeitgemäß anfühlt, genieße ich diese und habe daraus resultierend begonnen intensiver über diesen Aspekt nachzudenken. Ich mag den Offlinebetrieb und ich mag Offline-Konnektivität, sowohl die von Videospielen vorgegebene als auch die von mir selbst geschaffene. Was Offline-Konnektivität für mich bedeutet? Vieles, was genau, versuche ich anhand von Beispielen zu erklären.

Offline-Konnektivität
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