RollerCoaster Tycoon

Ein lauer Abend im Sommer 2018, ich sitze vor dem PC und spiele ein Videospiel. Eigentlich ungewöhnlich, da ich seit Jahren fast ausschließlich auf Videospielkonsolen mein liebstes Unterhaltungsmedium konsumiere. Es ist nicht irgendein Videospiel welches mich stundenlang vom Weg ins Bett abhält, es ist RollerCoaster Tycoon. Der erste Teil der Serie, der Titel der mich im Jahr 1999 das Genre der Wirtschaftssimulationen lieben lernte und dessen Genialität von keinem seither veröffentlichten Videospiel der Serie oder des Genres für mich erreicht wurde. Seit der Veröffentlichung zieht mich RollerCoaster Tycoon immer wieder in den Bann, etwas was kein anderes Videospiel in einer solchen Ausprägung und auch nicht über einen so langen Zeitraum geschafft hat.

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Hellblade: Senua’s Sacrifice

Irgendwann sind die Stimmen zum Normalzustand geworden. In den ersten Minuten waren die Stimmen der Auslöser für eine kurze Zwangspause um durchzuatmen und sorgten für ein unangenehmes Gefühl in der Magengegend. Eine Stunde später waren sie noch immer anstrengend, aber ich habe mich an sie gewöhnt. Innerhalb der darauffolgenden ein bis zwei Stunden hat sich die Situation normalisiert und der anfänglichen Verunsicherung ist Akzeptanz gefolgt. Die Stimmen sind da, die Stimmen bleiben da. Die Stimmen sind zu meinen Begleitern geworden, zu meinen treuen und unterstützenden und problematischen Begleitern. Woher kommen die Stimmen? Aus den Kopfhörern die ich trage. Unüblich, aber bei Hellblade: Senua’s Sacrifice wichtig. Der Titel empfiehlt beim Start Kopfhörer zu nutzen. Eine Empfehlung, welcher man unbedingt Folge leisten sollte.

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State Of Decay 2

Im Sommer 2013 ist der erste Teil von State of Decay für die Xbox 360 erschienen und überraschte irgendwie. Inhaltlich fand sich der Videospieler in einem von Zombies überlaufenen ländlichen Abschnitt der USA und das Ziel war vereinfacht gesagt überleben. Spielerisch war es eine Mischung unterschiedlichster Genres, wie zum Beispiel den eher actionorientierten Kampf mit Blick von hinten auf den virtuellen Charakter, einen Anteil an Simulation hinsichtlich dem Bau sowie der Weiterentwicklung der Basis, der Koordinierung einer kleinen Gemeinschaft die ums Überleben in einer offenen Videospielwelt sowie Geschichte kämpft, Elemente von Rollenspielen zur Entwicklung der verschiedenen steuerbaren Mitglieder der Gemeinschaft und der dem Videospieler angsteinflößende Aspekt, dass jeder der wählbaren Charaktere nur genau ein Leben hat. Ein ambitionierter Ansatz für ein Videospiel, ein verrückter Ansatz, wenn man berücksichtigt, dass es das erste Videospiel des Entwicklers Undead Labs war. Ein gewagter Ansatz, welcher jedoch trotz Mängel positiv überraschte und Abwechslung von den üblichen Videospielmechaniken in Titeln mit offener Videospielwelt bot. Fünf Jahre später veröffentlichte Microsoft pünktlich zum Start in den Sommer 2018 das zweite Videospiel von Undead Labs, State of Decay 2.

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Sea Of Thieves

Das Erste was der Videospieler durch die Augen seines Alter Ego sieht, ist das Innere einer spärlich beleuchteten und auch besuchten Taverne. Sofort setzt die antrainierte Routine ein, man läuft über die Insel des Außenpostens, auf welchem sich die Taverne befindet, und sammelt dabei Bananen, Holzbretter und Kanonenkugeln ein. Man sammelt auf Verdacht und füllt damit die Reserven auf seinem Schiff. Es folgt die Wahl von einem von drei unterschiedlichen Aufträgen um entweder einen Schatz zu suchen, Anführer von Skeletten zu töten oder Güter zu sammeln und diese auch fristgerecht abzuliefern. Am Kartentisch unter Deck des Schiffs den Zielort suchen, den Anker lichten, die Segel entsprechend der Windrichtung setzen, das Steuerrad in die gewünschte Fahrtrichtung einschlagen, Segel justieren, die Richtung des Schiffs an die Gegebenheiten auf See anpassen, den gewählten Kurs am Kartentisch überprüfen, durch Einholen der Segel die Fahrtgeschwindigkeit reduzieren, vor Anker gehen, das erforderliche Ziel des Auftrags absolvieren, die Belohnung zum Schiff bringen und den Vorgang wiederholen. Danach geht es entweder zurück zum Außenposten um die Belohnung gegen virtuelles Gold einzutauschen, man startet einen weiteren zuvor besorgten Auftrag oder macht Dinge in der Videospielwelt von Sea of Thieves.

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Into The Breach

Und dann war Into The Breach einfach da und hat sich in den paar Wochen seit der Veröffentlichung als schlimmer Zeitdieb etabliert. Die Formulierung mag negativ klingen, ist aber vielmehr als Beschreibung der Ist-Situation zu sehen. Um das Fazit gleich vorwegzunehmen, Into The Breach ist ein unheimlich gutes Videospiel. Kommt im Prinzip aus dem Nichts, sieht auf dem ersten Blick nach Nichts aus und klingt in einer kurzen Beschreibung auch unspektakulär. Die erste Partie spielt sich holprig und dann kommt der große Aha-Moment. Man versteht das Grundgerüst, man versteht die Logik, man entwickelt seinen Weg um den Titel durchzuspielen und ist begeistert über die spielerische Tiefe. Zumindest glaub man dies, denn mit jeder Partie taucht man tiefer in die Mechaniken von Into The Breach und es folgt Aha-Moment auf Aha-Moment.

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Fable Anniversary

Fable Anniversary gehört am Papier zum Genre der Rollenspiele, wobei das Videospiel zusätzlich noch einen starken Einschlag in Richtung Action-Abenteuer hat. Es ist die für die Xbox 360 überarbeitete Version des 2004 erschienenen ersten Teil der Fable-Reihe. Eine Reihe, welche sich grundlegend von Rollenspielen mit stark japanischen Einflüssen unterscheiden wollte. Ziel war ebenso eine atemberaubende als auch abwechslungsreiche Videospiel-Welt mit interessanten sowie überzeugenden Charakteren, die dynamisch auf den Helden des Videospiels reagieren. Jener Held sollte sich spielerisch und optisch durch Aktionen des Videospielers entwickeln und dadurch eine vollends personalisierte Videospiel-Erfahrung entstehen. Die vorhandenen Möglichkeiten hierzu schienen unbegrenzt zu sein, zumindest bis zum Zeitpunkt der damaligen Veröffentlichung. Vision und Realität traf aufeinander, rückblickend ein zurecht sehr hartes Aufeinandertreffen. Viel zuvor Angekündigtes fand man im Videospiel gar nicht, etliche Aspekte nur abgeschwächt und am Ende irrelevant. Das grundlegende Vorhaben wurde jedoch erfüllt, Fable war und ist auch heute noch ein grundlegend anderes Rollenspiel.

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