Offline Connectivity

Vor etwa sechs Monaten habe ich mir nach längerer Überlegung eine Nintendo Switch gekauft. Trotz meiner Affinität gegenüber Videospielen habe ich gedanklich in den letzten Jahren immer wieder bezüglich der Kaufentscheidung mit mir selbst gehadert und einer der Gründe dafür war und ist Nintendo, konkret die im Vergleich zu Microsoft als auch Sony nicht wirklich vorhandene Online-Strategie des Unternehmens. Seit Jahren bin ich es von meiner Xbox One gewohnt, dass ich zu jedem Zeitpunkt verbunden bin, dass ich problemlos Nachrichten als auch Einladungen zu Chats sowie virtuellen Videospielabenden von anderen Videospieler erhalten als auch an diese versenden kann und der Meinung, dass diese permanente Konnektivität, sprich diese Hyper-Konnektivität, irgendwie auch eine Art Bereicherung für meinen Konsum von Videospielen darstellt. Immer online, immer erreichbar und fast jeder Titel, den ich spielte, hatte unabhängig von Genre als auch der Art eine Anbindung an die Online-Systeme der Videospielkonsole. Dinge, die man als jemand der Videospiele als ein Hobby bezeichnet, mittlerweile als normal sieht. Dinge, die bei Nintendo, beim Online-Dienst der Nintendo Switch und bei vielen Videospielen auf dieser Plattform irrelevant sind. Seit ich in Besitz der portablen Videospielkonsole bin, hole ich diverse in den vergangenen Jahren für die Nintendo Switch erschienenen Videospiele nach, im Prinzip davon alle ohne eine aktive Internetverbindung, ich spiele quasi offline. Obwohl ich eigentlich dachte, dass sich diese fehlende Konnektivität im Jahr 2020 nicht mehr zeitgemäß anfühlt, genieße ich diese und habe daraus resultierend begonnen intensiver über diesen Aspekt nachzudenken. Ich mag den Offlinebetrieb und ich mag Offline-Konnektivität, sowohl die von Videospielen vorgegebene als auch die von mir selbst geschaffene. Was Offline-Konnektivität für mich bedeutet? Vieles, was genau, versuche ich anhand von Beispielen zu erklären.

Offline-Konnektivität
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Expertise

Vor ein paar Wochen wurde ich von einer Arbeitskollegin während einer Besprechung in einem Nebensatz als Experte für Videospiele bezeichnet. Nach dem Termin und bei einer Tasse Tee erkundigte ich mich aus persönlicher Neugierde wie sie zu diesem Eindruck kommt. Ihre Begründung war im Prinzip mein Blog, also genau diese Internetseite hier. Ich glaube inhaltlich war es irgendwie so, dass ich Videospiele spiele, darüberschreibe und mich mit dem Medium beschäftige. So beiläufig die initiale Aussage gekommen ist, so rasch habe ich diese wieder vergessen und dem Nebensatz keine weitere Beachtung geschenkt. Aber Menschen sind oder ich bin manchmal kompliziert und seither hat mich diese Bemerkung gedanklich immer wieder eingeholt. Es ging dabei aber weniger um den Nebensatz oder den Zeitpunkt, sondern viel mehr um den Aspekt des Experten zum Thema Videospiele. Initial ist es selbstredend schmeichelnd, wenn einem von jemanden eine Expertise zu einem Thema attestiert wird. Aber je häufiger ich in meinem Kopf diese Facette durchdachte, desto mehr bin ich für mich zum Schluss gekommen, dass es in meinem Fall schlichtweg nicht stimmt. Ich gehe sogar weiter und sehe aus meiner Perspektive meine Einstufung als Experte für Videospiele als totalen Blödsinn und möchte auch nicht als solcher gesehen werden.

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What To Play Next

Momentan befinde ich mich in einer für mich eher ungewohnten und fast schon komischen Lage sowie Stimmung hinsichtlich Videospiele beziehungsweise dem Spielen von Videospielen. Über die letzten Monate hinweg habe ich einen für mich rückblickend guten als auch regelmäßigen Rhythmus hinsichtlich des Konsums von Videospielen gefunden. Zu großen Teilen funktioniert dieser Rhythmus auch noch, zum Beispiel an den beiden wöchentlichen Abenden, an denen ich auf Twitch streame. Aber abgesehen von diesen zwei Fixpunkten bin ich irgendwie ratlos unmotiviert, ja ratlos unmotiviert beschreibt es wirklich ganz gut. Mit etwas Abstand klingt meine derzeitige Situation wie mein Wunschtraum von vor einem Jahrzehnt, denn ich habe aktuell deutlich mehr verfügbare Zeit als die letzten Monate oder gar Jahre, meine Liste an Titeln, die ich gerne spielen möchte wenn ich endlich genug Zeit habe ist über den Lauf der Zeit ordentlich angewachsen, meine digitale Videospiel-Bibliothek umfasst irgendwie mittlerweile fast 500 Titel und durch Dienste wie den Xbox Game Pass, Nintendo Online oder PlayStation Now kommen noch mal ein paar Dutzend bis Hunderte hinzu. Aber trotz all dieser Faktoren, habe ich keine Ahnung was ich spielen soll, ich habe keinen Plan was mir gefallen wird und keine Idee, welcher Titel mich so sehr begeistert, dass ich bei diesem bis zum Ende motiviert dranbleibe. Daraus resultieren zwei Fragen: Warum und was spiele ich als nächstes?

Dice
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I’m A Streamer

Also ich bin kein Streamer in dem Sinn, wobei eigentlich doch, aber am Ende ist es dann doch etwas anderes in der Art. Meine Ausgangssituation und grundlegende Motivation ist im Prinzip relativ einfach. Ich besitze eine Videospielkonsole mit der integrierten Möglichkeit auf den beiden Plattformen Twitch sowie Mixer zu streamen, mein Internetzugang ist schnell genug um eine Übertragung der am Fernseher dargestellten Inhalte in brauchbarer Qualität zu ermöglichen, immer öfter konsumiere ich passiv Videospiel-Streams als Hintergrundrauschen während ich am PC arbeite und ich bilde mir ein, dass ich über die letzten Monate die Faszination hinter dem Thema Streaming besser verstanden habe als andere Trends der Videospiel-Industrie der letzten Jahre. Meine Motivation? Ein Streamer zu sein kann doch eigentlich im Jahr 2019 nicht so schwierig sein. Deswegen habe ich für mich beschlossen ein Experiment zu starten. Vor ein paar Wochen habe ich entschieden ein Streamer auf Twitch für zumindest drei Monate zu werden. Die ersten zwei der drei Monate sind nun vorüber und es ist gefühlt an der Zeit für mich den Status quo sowie die bisherigen Erkenntnisse meines Selbstexperiments zu Papier zu bringen.

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Video Game Journalism

Gefühlt schreibe ich alle zwölf Monate einen Beitrag über das Thema Videospiel-Journalismus. Die Videospiel-Industrie verändert sich so wie die Art der Berichterstattung laufend, ebenso damit einhergehend mein Eindruck und meine Meinung zu diesem Teil der Videospiel-Industrie. Obwohl mir momentan viele, vielleicht sogar zu viele, unterschiedliche Gedanken dazu im Kopf herumschwirren und ich auch versucht habe diese etwas strukturierter in meinem Notizbuch niederzuschreiben, bin ich weiterhin unsicher wie und im ins besonderen welche dieser Gedanken in diesem Beitrag vorkommen sollten.

Video Game Journalism
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Review Score System

Wertungssysteme für Videospiele sind für mich aus zwei Gründen interessant. Zum einen, weil es eines der wenigen Themen ist, die mich seit Anbeginn meines Interesses für das Medium fast unverändert begleiten. Zum anderen, da oftmals Zahlen, Werte und mehr oder weniger logische Systeme dahinterstecken, was bei mir als Person mit einem gewissen Fetisch für Statistiken eine wohlige Wärme im Brustkorb hervorruft. Im Laufe der Jahre habe ich viele Arten und Möglichkeiten von Wertungssystemen für Videospiele gesehen. Begonnen von einer Wertung in Prozenten oder Punktesysteme in beliebigen Skalierungen, hin zu Spielspaßkurven, die in Form eines Diagramms die unterschiedlichen Wertungsschwankungen im Verlauf der Spielzeit visualisierten. Und es gibt Besprechungen, die am Ende eine Empfehlung aussprechen und es gibt Besprechungen, die einfach nur aus dem Inhalt selbst bestehen.

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