Es war einmal … E-Sport

Nachdem ich einige Zeit in der Welt von LAN-Partys unterwegs war, wurde langsam aber sicher mehr aus dem anfänglichen Hobby. Durch Zufall lernte ich die Köpfe hinter lanparty.at kennen, die irgendwann die Seite an die Jungs von PlanetLAN verkauften. Hinter PlanetLAN steckte ein junges deutsches Unternehmen aus Bochum, welches auch im Jahr 2001 die WWCL startete. Die WWCL war und ist auch heute noch eine LAN-Party E-Sport Liga, die die Wertungen der einzelnen LAN Turniere über einen gewissen Zeitraum sammelt und danach die besten Spieler und Teams zu einem großen Finale mit hochwertigen Sachpreisen einlädt. In den besten Zeiten der WWCL gab es zum Beispiel Autos aus dem Hause Smart für die Gewinner der Quake 3, Serious Sam 2 oder auch Warcraft 3 Turniere.

Aufgrund meiner Erfahrung im Bereich Turniere und auch E-Sport, wurde ich gefragt ob ich nicht etwas mithelfen möchte und ich sagte zu. Anfangs noch auf freiwilliger Basis, wurde bald daraus ein Minijob. Zum Start unterstützte ich die österreichischen LAN Veranstalter bei Fragen und Problemen, aber bald half ich den Kollegen aus Bochum auch in Deutschland und der Schweiz. Zusätzlich war ich ebenfalls als Newsposter und Party Reporter auf PlanetLAN unterwegs und besserte durch die Arbeit mein Taschengeld auf. Nachdem die erste Finalveranstaltung der WWCL nicht optimal lief, fiel das damalige Team in eine Art schwarzes Loch und die Motivation war nicht die Beste. Ich selbst war leider nicht anwesend, da ich zu diesem Zeitpunkt 17 Jahre jung war und die deutschen Jugendschutzgesetze ein Mindestalter von 18 Jahren vorschrieben. Nach einer kurzen Pause von ein paar Wochen und einem Neustart ging es voller Energie in die zweite Saison, bei der ich noch stärker eingebunden wurde und auch zum Großteil für die Regelwerke der einzelnen Spiele verantwortlich war.

Nebenbei arbeitete ich mit Leuten aus der Community an einem speziellen Projekt für Counter-Strike, dem WWCL Server Plugin. Ziel war es alle Clienteinstellungen, welche das Regelwerk vorschrieb, automatisch vom Server aus vorzugeben. Zusammen mit dem von mir entwickelten GUI Tool für den Client, half es den Veranstaltern ein möglichst stressfreies CS Turnier abzuhalten. Eines Tages plötzlich rief Electronic Arts bei mir und ich wusste Anfangs überhaupt nicht was los war. Die Jungs dort sind durch das WWCL (Anti Cheat) Server Plugin auf mich aufmerksam geworden und fragten um (Anti Cheat) Unterstützung für ein neuartiges Multiplayerspiel, welches sich gerade in Entwicklung befand. Ich war Schüler und sagte natürlich ab um ein paar Monate später herausgefunden, dass es sich bei dem erwähnten Spiel um Battlefield 1942 aus dem Hause DICE handelte.

Die Zeit verging und nach den zweiten Finals (mit mir vor Ort) und den dritten Finals (mit mir nicht vor Ort), bekam ich das Angebot nach der Schule im Büro der PlanetLAN GmbH in Bochum eine Vollzeitstelle anzutreten. Vollmotiviert ging es im Juli 2003 mit Sack und Pack in das deutsche Ruhrgebiet, wo ich fast gleichzeitig mit Josh V. (der auch heute noch der Kopf hinter der WWCL ist) einen Schreibtisch bekam. Unsere Aufgaben waren die WWCL weiterzuentwickeln, die Partner und Sponsoren zu betreuen, die Finals der vierten Saison vorzubereiten und alles was sonst noch so anfiel. In der Zeit lernte ich viele spannende Leute kennen und verstand auch langsam wie die Industrie hinter der damaligen boomenden E-Sport Szene funktionierte. Neben der Messe Hannover (Finals 4) ging es unter anderem zur YOU! nach Berlin, zu den Euro Cyber Games (der europäische Ableger der World Cyber Games) nach Paris und auch zur Games Convention nach Leipzig und der Kontakt zu vielen Leuten in der Spielebranche wurde immer intensiver. Natürlich stand neben der Arbeit und das Zocken am Programm und so wurde auch die eine oder andere LAN-Party in Deutschland gemeinsam unsicher gemacht. Am Ende meiner halbjährigen Zeit in Bochum unterstütze ich die PlanetLAN Mannschaft beim Projekt der World Cyber Games, bis ich im Dezember 2003 die Heimreise nach Östereich antrat, da der Zivildienst auf mich wartete. Dort startete dann durch eine glückliche Fügung der dritte Teil meiner Gaming Laufbahn, aber dies ist wieder eine andere Geschichte.

Innerhalb des besagten halben Jahres in Bochum hatte ich das Glück mit vielen spannenden und auch netten Personen von Firmen wie Intel, EA, Take 2 oder ATI zusammenarbeiten zu dürfen. Auch der eine oder andere Mitarbeiter der Turtle Entertainment (die Jungs stecken hinter der ESL) ist des Weges gekreuzt. Ebenfalls war die PlanetLAN Mannschaft (Josh V., Marco G., Michael W., Felix L., Matthias O. und Sacha G.) eines der besten Teams, in denen ich bis zu diesem Zeitpunkt arbeiten durfte, vielen Dank dafür!

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