Der Bär, der Vogel und ein paar Schrauben

Zehn Jahre nach dem ersten Teil und acht Jahre nach Banjo-Tooie veröffentlichten Rare und die Microsoft Game Studios den dritten Teil der Banjo-Kazooie Reihe. Nach den beiden hochgelobten Plattform Abenteuern auf dem N64 war Banjo-Kazooie: Schraube Locker der erste Titel der Reihe, der nicht auf einer Nintendo Plattform veröffentlicht wurde und auch leider wenig mit der ursprünglichen Spielmechanik gemein hatte.

Die beiden namensgebenden Hauptprotagonisten haben sich wiedereinmal mit Gruntilda zerstritten und der Gott aller Videospiele (kurz L.O.G. für Lord of Games) bietet seine Hilfe als Streitschlichter an. Von der als Hubwelt funktionierenden Stadt Showdown Town müssen in sechs unterschiedlichen Welten etliche Minispiele erfüllt werden um mit den gesammelten Jiggies immer schwerere Aufgaben freizuschalten und dann am Ende am Spiral Mountain den Endkampf gegen Gruntilda absolvieren zu können.

Im Gegensatz zu den ersten beiden Abenteuern stehen in Schraube Locker alle möglichen Fahrzeuge im Vordergrund und auch alle Aufgaben in den Spielwelten basieren darauf. Manchmal bekommt man von L.O.G. ein Fahrzeug zugeteilt oder baut sich sein eigenes Gefährt und absolviert ein Rennen gegen Gegner, gegen die Uhr, sammelt irgendetwas ein, transportiert einen Gegenstand zu einem bestimmten Punkt, beschützt einen anderen Charakter oder kämpft gegen Gruntilda. Die Aufgaben finden entweder am Boden, in der Luft, zu und unter Wasser statt oder eine Kombination davon und nur durch die Wahl des passenden Untersatzes kann ein Jiggie erspielt werden. Im weiteren Spielverlauf findet man Kisten mit Fahrzeugteilen, die nach und nach den Umfang sowie die Möglichkeiten des eigenen Fahrzeuges erweitern.

Das Spielkonzept klingt unterhaltsam und das ist es auch, zumindest eine Zeit lang. Nach anfänglichen Orientierungsproblemen in der leicht übervollen Showdown Town findet man nach und nach Freude an den unterschiedlichsten Herausforderungen und verbringt einige Zeit im Fahrzeugeditor. Spätestens in der dritten Spielwelt wiederholen sich die Aufgaben in leicht abgewandelter Form und auch das Bauen der Fahrzeuge nervt im späteren Verlauf etwas. Spielerisch sind die Minispiele meist nicht sonderlich schwer, wenn nicht die Steuerung und die merkwürdige Spielphysik für den einen oder anderen Frustmoment sorgen würden. Der Lenkeinschlag der Fahrzeuge verhält sich leider immer anders als erwartet und die kleinste Berührung mit einem Gegenstand führt meist zu absurden Drehern oder katapultiert den Spieler sinnlos in die Luft. In einem solchen Fall bleibt meist nichts anderes übrig als von vorne zu beginnen und zu hoffen, dass man Glück hat und nicht wieder an einer Ecke hängen bleibt.

Banjo-Kazooie: Schraube Locker ist kein schlechtes Spiel, aber auch nicht das Spiel, welches ich mir als Nachfolger zu den beiden ersten Teilen erhofft, erwartet oder gewünscht hätte. Der Umfang geht in Ordnung, für Sammelsüchtige gibt es auch wieder genügend Arbeit und in geringer Dosierung kann man auch über die Schwächen hinwegsehen.

Banjo-Kazooie: Schraube Locker aus dem Hause Rare wurde im November 2008 exklusiv für die Xbox 360 veröffentlicht und wechselt derzeit für etwa 20 Euro den Besitzer.

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