Nokia Lumia 800

Es ist Sonntagvormittag und obwohl die Nacht verhältnismäßig kurz war und ich bereits kurz vor sieben das warme Bett verlassen habe, fühle ich mich ausgeschlafen. Vor mir blinkt der Cursor auf einer fast leeren Seite eines Google Dokuments, in meinem Kopf schwirren Gedanken zum zu verfassenden Nokia Lumia 800 Review umher und gleichzeitig bildet sich ein möglicher Weg das Problem dieses Mal anders zu lösen. Vor knapp einem Jahr versuchte ich mich an Texten über das Nokia E7 und auch wenn ich rückblickend nicht ganz zufrieden mit der damaligen Textqualität war, war es grundlegend in Ordnung.

So wie sich die Technik stetig weiterentwickelt, so entwickelt und entfaltet man sich auch persönlich und spätestens zu diesem Zeitpunkt taucht vermutlich die gefürchtete Buchstabenkombination WTF auf. Zum einen habe ich irgendwann letztes Jahr die Fokussierung der Textbeiträge wieder in Richtung Videospiele gedreht und auch möchte ich nicht den Faktenreview Nummer 710 über das erste Nokia Windows Phone abliefern. Um trotz der kürzlich vorgenommenen Fokussierung eine Relevanzausrede für diesen Text zu haben, verweise ich einfach auf die Xbox LIVE Integration und hoffe, dass die ersten beiden Sätze des Absatzes bereits aus dem Kurzzeitgedächtnis verschwunden sind. Ist es wirklich wichtig, dass das Lumia 800 einen gewölbten 3,7 AMOLED-ClearBlack-Touchscreen aus Glas hat? Wie relevant ist der 1,4 Ghz starke Single-Core-Prozessor oder die Tatsache, dass nur 512 MB Arbeitsspeicher im Gerät werkeln? Stellt die fehlende Speicherplatzerweiterungsmöglichkeit aufgrund der 16 GB integrierten Speicher ein Problem dar? Wie vergleichbar ist der Akkuladewert von 1450mah im Bezug auf andere Geräte?

All diese Fragen werden nachfolgend nicht beantwortet, weil es realistisch betrachtet egal ist. Mit meinem Umstieg auf das MacBook Pro habe ich die wirren Zahlenspielchen aufgegeben, denn die Relevanz steckt im Workflow. Funktioniert das Gerät für mich und meine Anforderungen oder verbringe ich tagein tagaus damit mich zu ärgern. Meine Grundsituation ist ein Notebook aus dem Apple Universum und auch meine Musik und Bilder werden mit Anwendungen des gleichen Unternehmens verwaltet. Der restliche Teil liegt primär bei Google, die soziale Komponente bei Facebook sowie Twitter und gespielt wir im Hause Microsoft via Xbox LIVE. Das Lumia 800 tritt gegen ein HTC Legend mit CynogenMod an und um während der beiden Testwochen eine annähernd realistische Benutzererfahrung zu erhalten, wurde dieses einfach in einer Schublade verstaut und ich war einzig und allein auf das Nokia Gerät angewiesen. Vorab sei schon mal gesagt, dass das Gerät unheimlich schnell ist, mich aber positiverweise dazu bringt mein persönliches Tempo runterzudrehen. Meine Versuche das Gerät behalten zu dürfen waren bisher zwar stümperhaft, aber immerhin lautet meine mobile Gretchenfrage zukünftig nicht mehr iPhone oder Android Gerät sondern iPhone oder Nokia Windows Phone.

  

Hardware
Würde man die bisherigen drei Absätze auf toten Bäumen abbilden, dann hätte man gerade eine A4 Seite gelesen um überhaupt zum ersten der vier Hauptpunkte zu kommen. Die Technik versteckt sich in einem aus einem Stück gefertigten geschwungenen Kunststoffgehäuse, welches sich am oberen sowie unteren Ende in der Dicke leicht verjüngt um optisch dünner zu wirken. Einzig an der Oberseite findet man zwei Klappen, hinter denen sich die Micro-USB Buchse sowie der Micro-SIM Slot verstecken. Auf der Rückseite findet man noch eine nicht überragende aber ausreichende Kamera inklusive LED Blitz, welcher meiner Meinung nach um etwa 0,1 mm zu tief versenkt ist und somit die Aussparung leider fühlbar wird. Rechtsbündig gibt es noch die Ein/Aus-Taste, eine Kamerataste sowie zwei gemeinsame Lautstärkeregeltasten in Form einer Wipptaste. Im Gegensatz zum Polycarbonatgehäuse sind diese metallisch glänzend, wodurch die eher matte Oberfläche des Gerätes etwas gestört wird. Warum hier nicht das Gehäusematerial verwendet wurde bleibt ein Rätsel, aber es handelt sich hier um Whinen auf einem hohem Level. Trotz Kunststoff fühlt sich das Gerät wertig an und liegt durch die runden Seitenflächen gut in der Hand. Die Position der Ein/Aus-Taste ist angenehm mit dem linken Zeigefinger oder rechtem Daumen erreichbar und auch der Druckpunkt gibt ausreichend mechanisches Feedback.

Das Display ist anfangs täuschend, denn aufgrund des kräftigen Schwarz ist praktisch kein Übergang zwischen Display und Gerät sichtbar. Sowohl Startbildschirm und Anwendungsliste nutzen in der Standardeinstellung einen schwarzen Hintergrund, wodurch die tatsächliche Größe des Displays geschickt versteckt wird. Grundlegend natürlich egal, aber ich finde diese optische Täuschung durchaus hübsch und auch irgendwie angenehm. Im leicht bauchigen Mittelteil versteckt sich der fix eingebaute Akku, der eigentlich der große Kritikpunkt werden sollte, aber seit dem kürzlich erschienen Software Update keiner mehr ist. Die Stormversorgung reicht ohne Probleme für einen Tag und durch Softwaretricks wie dem Stromsparmodus sollte bei normaler Nutzung auch die zwei Tage Marke möglich sein.

Software
Jetzt wird es irgendwie schwer, denn mit der Aufgabe von Symbian und MeeGo wechselt Nokia ins Lager der (fast) reinen Hardwarehersteller und überlässt den primären Teil der Weiterentwicklung der Plattform Microsoft. Aber sei es wie es ist, denn es geht ja schließlich darum einen Überblick über das Gerät zu bekommen und mittlerweile nimmt das Betriebsystem und die Apps den wohl wichtigsten Stellenwert eines Smartphones ein. Die Windows Phone Plattform ist schlicht sowie aufgeräumt und das Adjektiv schnell ist eher eine Untertreibung. Das für mich wichtigste an einem Mobiltelefon ist einfach die Geschwindigkeit des Gerätes. Es geht hierbei weniger um den Takt des Prozessor, sondern einfach das Feedback sowie Look & Feel. Es ruckelt nichts, es zuckelt nichts, auf Eingaben wird quasi sofort reagiert und während der zwei Wochen hatte ich nie das Gefühl schneller als das Lumia 800 zu sein. Das liest sich jetzt vielleicht merkwürdig, aber diese Geschwindigkeit ist in meinen Augen wirklich unheimlich wichtig und wenn man einen Blick in das High-End Android Lager wirft, stellt man fest, wie schwer es anscheinend ist eine flüssige Benutzeroberfläche zu bekommen.

Die zweite Raffinesse (die auch in diesem Video mehr als aggressiv benutzt wird) ist die Integration vieler Komponenten direkt ins Betriebssystem. Die sozialen Netzwerke Facebook und Twitter sind tief verankert und neben der Anreicherung der Kontaktdaten ist es möglich (ohne zusätzlich installierte Apps) die Status Updates seiner Telefonkontakte zusammengefasst zu sehen. Ähnliches gilt für das Ich-Tile (quasi eine App für sein digitales Ich), durch das die Aktualisierung seines sozialen Status oder das Einchecken an Orten direkt aus dem Betriebsystem möglich ist. Gleichzeitig sammelt Windows Phone sämtliche Benachrichtigungen (neue Kommentare, Likes, Retweets, Twitter Replies …) und fasst diese in einer schlichten Liste zusammen. Nützlich ist auch Microsofts Siri namens Tell Me, was zum einen rudimentäre Sprachbefehle (“Ruf Michi Müller am Handy an” oder “Ich möchte an Maria Meier eine SMS schreiben”) unterstützt und auch eine akzeptable individuelle Spracherkenung auf den Microsoft Servern bei aktiver Datenverbindung bietet.

Die grundlegende Idee hinter der Bedienoberfläche unterscheidet sich massiv gegenüber den beiden anderen relevanten Systemen (man scrollt in die Anwendung nach links und rechts um die einzelnen Programmfunktionen zu nutzen), funktioniert aber innerhalb kurzer Zeit ohne Probleme und ist erfrischend anders. Anders als man es vielleicht von Microsoft erwarten würde, sind für die wichtigsten Dienste (Windows Live & Hotmail & Xbox LIVE, Exchange & Office 365, Facebook, Twitter, Nokia Mail, Yahoo! Mail, Google Mai & Google Kontakte & Google Kalender sowie LinkedIn) vordefinierte Profile vorhanden. Dadurch war das Anzapfen bestehender Datenquellen (in meinem Fall Xbox LIVE, Twitter, Facebook, Google Mail, Google Kontakte, Google Kalender) keine wirkliche Herausforderung und auch die automatische Profilverknüpfung zwischen Kontakten, Facebook Freunden und Twitter Follower war erstaunlich akkurat. Unangenehmer ist vermutlich der Umstieg für Freunde von ActiveSync, da bisher die Synchronisation der Daten (ausgenommen Media Daten) zwingend über die Cloud erfolgen muss (via Hotmail, Google Kontakte oder Exchange).

Bei den vorhandenen Anwendungen wurde der Apple Ansatz gewählt und anstatt eines ausufernden Funktionsumfangs erhält man eine reduzierte aber einfach zu nutzende und funktionierende Funktionalität. Spannender wird es beim Angebot im Marketplace, denn hier ist die Anzahl und Qualität leider noch deutlich geringer als beim AppStore aus dem Hause Apple oder dem Android Marketplace. Microsoft schafft es zwar dank der Erfahrung im Konsolengeschäft stetig (quasi wöchentlich) qualitativ gute Spiele zu veröffentlichen, aber bei den normalen Anwendungen befindet man sich noch in den Kinderschuhen (mir fehlt zum Beispiel eine Dropbox oder Skype App). Obwohl ich mich eher als Intensivnutzer einstufe, ist es erstaunlich wie wenig Anwendungen ich tatsächlich auf seinem Smartphone nutze. Ein Blick in die Anwendungsliste zeigt neben den mitgelieferten und kostenlos verfügbaren Microsoft Apps eigentlich nur eBay, Facebook, GReadr (als Google Reader Client), IMdb, SoundHound, Spritpreis, Stoppuhr, Twitter und YouTube (wobei hier quasi nur der mobilen Internet Explorer geöffnet und die mobile YouTube Seite ansteuert wird). Eigentlich erschreckend, denn meine Hauptnutzung beschränkt sich tatsächlich auf das mobile Surfen (obwohl sich der Browser Internet Explorer nennt funktioniert dieser überraschend gut und auch schnell), soziale Netzwerke prüfen sowie E-Mails abrufen und schreiben. Zwischendurch vielleicht mal ein kurzes Spiel, aber die von den Medien oft propagierte App-Explosion ist an mir relativ spurlos vorbeigezogen. Die Facebook und Twitter App sind zwar eher veraltet und bekommen auf der Windows Phone Plattform nicht die gleiche Liebe wie unter Android oder iOS, aber aufgrund der Integration ins Betriebssystem finde ich diesen Umstand zwar nicht positiv aber erträglich.

Bei einer Sache versagt Microsoft für mich jedoch komplett: Bing! Ich bin tolerant und auch zu gewissen Kompromissen auf mobilen Plattformen bereit, aber die Integration von Bing ist leider grausam. Die Suche ist ja noch nutzbar, aber sobald man (in Österreich) den Kartendienst Bing Maps nutzt, ist man hoffnungslos verlorenen. Fast 18 Monate hat es unter Android gedauert, bis ich endgültig jegliche Vorbereitungen für Freizeitaktivitäten aufgegeben habe. Kein Erkunden der Gegend via Kartendienst, kein Ausdrucken des Fahrplans und auch keine möglichen Lokale für das leibliche Wohl suchen oder prüfen. Die Qualität liegt nicht im Kartenmaterial, sondern in den verknüpften Daten. Google Maps liefert mir zum Beispiel bei Restaurants neben der genauen Position auch Bewertungen, Fotos, Empfehlungen und die Telefonnummer um vorab dort anzurufen. Bing Maps liefert im Regefall gar nichts. Ehrlich, gar nichts …

  

Nokia
Software sells Hardware und Nokia hat sich glücklicherweise entschieden nicht ganz ohne Bedingungen zur Windows Phone Plattform zu wechseln. Die Hardwareanforderungen von Microsoft sind (zum Glück) relativ streng, was aber auch zu einem Verlust der Individualität führt. Die Geräte sind quasi oft nur durch die Rückseite zu unterscheiden und auch wenn die Nokia Hardware qualitativ den anderen Herstellern überlegen ist, so ist dies ein vermutlich nicht ausreichendes Alleinstellungsmerkmal. Die Finnen lösen dieses Problem und liefern auf allen Geräten Anwendungen mit, die in meinen Augen eine massive Bereicherung im Bezug auf den Funktionsumfang sind: Nokia Karten und Nokia Navigation. Nokia kaufte 2007 den Kartenanbieter Navteq und hat seither stetig an mobilen Kartenanwendungen gearbeitet und das Resultat ist mehr als überzeugend.

Nokia Karten hat für mich die grausame Bing Maps App vollständig ersetzt und Nokia verknüpft die Kartendaten ähnlich wie Google Maps mit den unterschiedlichsten Datenquellen. Es gibt eine Umkreissuche nach beliebten und positiv bewerteten Hotspots, Rezensionen, Fotos, Kontaktdaten und auch die Möglichkeit direkt via Nokia Navigation den kürzesten Weg zu suchen.  Nokia Navigation ist eine weltweit funktionierende GPS Turn-by-Turn Navigationslösung, die dank herunterladbarer Karten auch im Ausland ohne aktive Datenverbindung genutzt werden kann. Als Kartenmaterial wird der eigene (zugekaufte) Kartendienst genutzt und als Kartenmartial steht steht praktisch die ganze Welt zur Verfügung. Auch wenn ich eher Purist bin und versuche soweit wie möglich mit den mitgelieferten Anwendungen zu arbeiten, hat die Nokia Karten App dafür gesorgt, dass ich die Testphase aufgrund des in Österreich unbenutzbaren Bing Maps Dienstes nicht vorzeitig beendet habe. So blöd es sich anhören mag, aber Nokia wertet die Windows Phone Plattform mit diesen beiden Anwendungen massiv auf und diese Apps sind auch nur auf Nokia Geräten verfügbar. Das klingt jetzt vielleicht nach einer dicken Schleimspur in Richtung der Marketingabteilung von Nokia, aber es ist leider oder zum Glück für Nokia eine Tatsache. Auch wenn Nokia im Gegensatz zu anderen Herstellern das Freigeben der Internetverbindung (Tethering) derzeit nicht unterstützt, so gibt es für mich bei der Wahl eines Windows Phone Smartphones keine Frage des Herstellers mehr, sondern nur noch eine Entscheidung in der Nokia Produktpalette.

Fazit
Und auch wenn ich mir vorgenommen habe eher persönlich als sachlich an die Thematik ranzugehen, bin ich doch teilweise wieder in das alte Verhaltensmuster gefallen. Jedoch sind die für mich wichtigen Themen (Anbindung an meine bestehenden Datenquellen, hohe Qualität der Nokia Apps, super schnelles Betriebssystem und die geschickte tiefe Integration von sozialen Netzwerken) weitestgehen abgedeckt. Meine Erwartungen wurden mehr als erfüllt und ich wurde auch mehr als positiv überrascht (unter anderem vom Windows Phone Connector unter Mac OS X, der was man so liest um Welten besser sein soll als die Zune Software für Windows Benutzer). Gemeinsam bieten Microsoft und Nokia eine Plattform die neben der enormen Geschwindigkeit einfach funktioniert und gleichzeit Spaß macht. Qualitativ liegen die beiden Konzerne weit vor Android und bieten in den meisten Bereichen eine sinnvolle sowie funktionierende Alternative zum Ecosystem aus dem Hause Apple. Meine persönliche mobile Gretchenfrage hat sich nach derzeitigem Stand erledigt und mein nächstes Smartphone wird wohl ein Nokia Windows Phone.

Bleibt zum Schluss nur noch die Fragen warum trotz der hohen Geschwindigkeit mein persönliches Tempo reduziert wurde und wie so etwas positiv sein kann. Die meisten Dienste sind mittlerweile Pushfähig und Benachrichtungen sind oft nur noch eine Fragen von Sekunden anstatt von Minuten oder Stunden. Mein HTC Legend besitzt im Gegensatz zum Lumia 800 eine Status-LED, welche bei Neuigkeiten munter vor sich herblinkt und mich quasi zwingt nachzusehen. Einen Fingertapser später ist die betroffene Anwendung geöffnet und das Gerät kann kurze Zeit später wieder seinen Platz am Schreibtisch einnehmen. Das Lumia 800 hat aufgrund der fehlenden Status-LED und des dafür im Betriebsystem integrierten Benachrichtigungssystems (dem Ich-Tile) etwas Geschwindigkeit in meinem virtuellen sozialen Leben entfernt und ab und zu ist es wohl auch ganz gut sozial abzuschalten =).

Damit endet mein Ausflug in die mangofarbige Welt der Windows Phone Plattform und dem zukünftigen Spielplatz von Nokia. Vielen Dank an Nokia Österreich für die Teststellung und für das Abnehmen der Android oder (Nokia) Windows Phone Gretchenfrage. Das Nokia Lumia 800 ist bei quasi allen Netzanbietern in Österreich sowie im freien Handel um etwa 400 Euro erhältlich. Mehr Blogger Reviews zum Gerät findet man unter anderem bei Fabian Pimminger, Pixi mit MilchThoughts from Hell oder bei Georg auf dem windowsblog.at. Für weitere Texte sollte man auch den Tag #NokiaLumiaAT auf Twitter oder Nokia auf Facebook im Auge behalten.

PS: Mir ist bekannt, dass man unter Android die Status-LED / die Benachrichtigungen deaktivieren kann, aber irgendwie kann ich mich nicht überwinden ;).

Xbox Schal

Passend zur Farbgestaltung dieser Seite und absolut nicht passend zum derzeitig praktisch nicht existenten Winter folgt heute (zur Überbrückung bis zum nächsten “richtigen” Beitrag) ein Ausflug in die Welt der Fashion Blogger / Hipster / Merchandise Sammler. Das Objekt der Begierde ist ein form- und farbschöner Xbox Schal, der bisher aufgrund des aktuen Schneemangels in den tieferen Lagen von Österreich sehnsüchtig auf seinen ersten richtigen winterlichen Einsatz wartet.

  

Die Qualität und Verarbeitung ist wie bei praktisch alle Xbox Merchandise Artikel eher hochwertig. Der Stoff ist doppelt gelegt und die beidseitigen Fransen an den Enden sind sehr dicht. Als Farbe wurde (wie auf den Fotos ersichtlich ist) das typische Xbox Grün gewählt, wodurch das Versteckspiel in der Öffentlichkeit definitiv eine neue Challenge wird. Eigentlich ganz hübsch, aber in Realität leider eher schwer mit der grauer, brauner oder schwarzen Winterkleidung kombinierbar.

Der Xbox Schal war im Rahmen einiger Promotion Aktionen in Österreich erhältlich und kann nicht im Handel erworben werden. Ein Bonusfoto sowie viele andere Fotos gibt es im Picasa-Webalbum und weitere Hipster Beiträge aus der Kategorie Kleidung verstecken sich hinter diesem Link.

Misfits

Nach dem Beitrag der letzten Woche (siehe “Und früher war alles besser …“) geht die nostalgische Reise in die Vergangenheit weiter und obwohl die Überschrift identisch mit dem Titel einer (übrigens sehr gelungenen) britischen Fernsehserie ist, startet hier die Reise zu vergessenen Videospielen die nie die Herzen der breiten Masse erreicht haben, ich einfach spannend gefunden habe oder heute noch immer spannend finde.

Glover (1998 / Hasbro Interactive / N64, PS1 / YouTube)
Im Gegensatz zur eher suboptimalen PlayStation Umsetzung war die N64 Version mehr als gelungen, ging aber in einer Zeit voller schlechter Super Mario 64 Klone leider unter. Als weißer Handschuh mit Unterstützung eines Spielballs glänzte der Action-Plattformer mit äußerst cleverem Leveldesign und wenn man die Spielmechanik mal raus hatte, fühlte man sich als ob man die Schwerkraft kontrollieren konnte. Es war es wohl auch das erste Spiel, welches die physikalischen Gesetze als ein grundlegendes und essentielles Spielelement nutzte.

Heart Of Darkness (1998 / Interplay / PS1, PC / YouTube)
Im Bezug auf endlose Verschiebungen kommen beim inoffiziellen Nachfolger von Another World teilweise Erinnerungen an Duke Nukem Forever hoch. Der Franzose Eric Chahi erzählt mit dem 2D Jump & Run eine merkwürdig liebenswert packende Geschichte eines Jungen auf der Suche nach seinem Hund. Für damalige Verhältnisse bot das Spiel kinoreife Zwischensequenzen und war auch optisch (dank vorgerenderter Elemente) lange Zeit der wohl schönste Vertreter des Genres. In meiner Erinnerung war es auch bockschwer oder ich war einfach nicht gut genug.

Rockstar Games Presents Table Tennis (2006 / Rockstar / 360, Wii / YouTube)
Die Macher der Grand Theft Auto Reihe und Tischtennis? Ernsthaft? Wer möchte freiwillig Tischtennis (und damit ist wirklich nur Tischtennis) auf einer Videospielkonsole spielen? Leider nicht wirklich viele Leute, aber im Vergleich zu heutigen Sportspielen steckt viel mehr im Titel als man es vielleicht erwarten würde. Eine extrem gut durchdachte und äußerst präzise Steuerung, atemberaubende Geschwindigkeit und die für Rockstar so typische filmreife Inszenierung. Zusätzlich tobte sich das Studio aus San Diego in Ihrer Detailverliebtheit aus und bot 19 unterschiedliche Locations und hauchte den elf verfügbaren Spielern Charakteren ein Leben inklusive eigener Persönlichkeit und individuellen Spielstil ein. Vielleicht ist es übertrieben, aber meine Meinung nach ist Rockstar Games Presents Table Tennis auch nach sechs Jahren in vielen Bereichen den heutigen Sportspielen deutlich überlegen (zumindest in der Xbox 360 Version). Falls jemand das Spiel zu Hause herumliegen haben sollte und keine Verwendung mehr dafür hat, würde ich mich über einen kurzen Kommentar oder eine E-Mail (siehe Kontakt) freuen.

Let’s Tap! (2009 / Sega / Wii / YouTube)
Mangels Wii leider nie selbst gespielt, aber ich bin von der Idee mehr als nur begeistert. Ähnlich wie bei Glover war aber wohl der Zeitpunkt am wirtschaftlichen Versagen Schuld, denn zur Veröffentlichung hatte die Wii schon den Ruf einer Minispielkonsole. Die missbräuchliche Nutzung der Wii Remote wirkt zwar anfangs dämlich, ist aber eigentlich doch clever und erfrischen anders im Vergleich zur 0815 Minispielkost.

Free Running (2007 / Reef & Ubisoft / PS2, PSP, Wii / YouTube)
Quasi die Tony Hawk Version Assassin’s Creed und Mirror’s Edge. Leider ebenfalls nur von Videos und Reviews bekannt und anscheinend gar nicht übel und die praktisch “realere” Parkour Erfahrung. Wenn man sich auf die störrische Kamera einlässt und kein Problem mit dem britischen Einfluss hat, dann wohl eine äußerst spannende Erfahrung die 2009 auch auf der Wii zweitverwertet wurde.

Re-Volt (1999 / Acclaim / DC, N64, PC, PS1 / YouTube)
Wohl einer der genialisten und unterschätzten Fun-Racer überhaupt. Mario Kart trifft auf Micro Machines in 3D und bereits Pre-2000 beinhaltete das Spiel einen funktionierenden Streckeneditor inklusive der heute gängigen sozialen Komponenten Play, Create & Share. Früher als es noch LAN-Partys gab war Re-Volt für mich und viele anderen wohl einer der LAN-Pflichttitel und das absolut zu recht (Lustig, Fordernd, Fair & Gemein). Intern hat der Titel bei Acclaim leider gegen Burnout verloren und wurde dadurch weder beworben noch proaktiv vertrieben. Acclaim ist mittlerweile Pleite, aber dank einer aktiven Mod-Community lebt Re-Volt in den Tiefen des Internets weiter.

Mirror’s Edge (2008 / Electronic Arts / 360, PS3, PC / YouTube)
Passend zum Spiel läuft gerade der Titeltrack Still Alive von Lisa Miskovsky im Hintergrund und vor meinem inneren Auge taucht die im Spiel so wichtige Farbe Rot auf. Das schwedische Studio DICE hat mit Mirror’s Edge versucht aus dem Battlefield Teufelskreis auszubrechen und wurde von den Käufern für die Originalität abgestraft. Ja es ist extrem geradlinig, ja es sollte mehr Moves geben, ja es gibt Abschnitte die nerven und ja der Stil mag nicht jedermanns Sache sein, aber wenn man sich auf Hauptfigur Faith und die surreale Welt einlässt, wird man umso mehr belohnt. Es ist alles aus einem Guss, der Soundtrack transportiert Emotionen und es ist einfach eine unglaublich intensive Spielerfahrung. Sollte DICE nicht bald einen Nachfolger ankündigen, muss ich wohl dieses Jahr erneut einen Urlaub in Schweden einplanen und mal ein ernstes Wörtchen mit den Jungs und Mädels in Stockholm wechseln.

Und zum Ende natürlich die Frage aller Fragen: Was sind eurer Meinung nach die wichtigsten Misfits der letzten Jahre?

Und früher war alles besser …

Ursprünglich sollte hier ein Text über Remakes und deren Faszination zu lesen sein, aber beim Spiel mit den Gedanken zum Thema hat sich eine andere Thematik herauskristallisiert: Das Phänomen der alten Videospiele. Pünktlich mit den Feiertagen steht dem geneigten Mitzwanziger mehr Freizeit als im restliche Jahr zur Verfügung und obwohl in den letzten Wochen mehr als genügend neue Spiele erschienen sind und der gefürchtet Pile of Shame mittlerweile ein Rekordniveu erreicht, steigt irgendwie das Verlangen nach alten Videospielen. Vor einigen Jahren war es schwer den Drang zu befrieden, aber in Zeiten digitaler Downloadstores hat sich schon fast ein eigener Industriezweig um alte PC Videospiele gebildet und virtuelle Ladentheken wie Steam oder Good Old Games bieten im Austausch gegen Kreditkartendetails rasche (und unkomplizierte) Suchtbefriedigung. Die Hemmschwelle ist aufgrund des Preises niedrig, die schnelle Datenleitung befördert die Bits und Bytes rasch auf die heimische Festplatte und oft nur wenige Minuten später startet der Ausflug in die virtuelle Vergangenheit. Zumindest war es bei mir so und über die letzten Jahre haben sich etliche Spiele angesammelt, die ich aus unterschiedlichsten Gründen praktisch doppelt gekauft habe und die mich aus den unterschiedlichsten Gründen leider auch enttäuscht haben.

Da war zum Beispiel Diablo II (Amazon Link*), welches Erinnerungen an durchgespielte Nächte, zerklickte linke Maustasten und quasi unendlich viel Spaß hervorgerufen hat. Und obwohl mir bewusst war, dass es sich um ein Spiel aus dem Jahr 2000 handelt, musste ich aufgrund der maximalen Auflösung von 640 x 480 Pixel die Augen mehrmals mit Seife auswaschen um nicht sofort zu erblinden. Mit der ersten (und einzigen) Erweiterung erhöhte Blizzard diese Limitierung gütigerweise auf 800 x 600 Pixel, wodurch es bis zu einem gewissen Teil auch in der heutigen Zeit (auf kleinen Bildschirmen) spielbar wird. Obwohl Diablo II trotz des Alters auf spielerischer Ebene noch funktioniert, war das Gefühl anders als ich es in Erinnerung hatte. Die Sammelmotivation war zwar irgendwie vorhanden, aber der Spaßfaktor war deutlich geringer als erwartet. Zum einen lag es vermutlich an der optischen Komponente, aber der tatsächliche Grund war wohl meine Einsamkeit in Sanktuario. 2000 ging ich noch zur Schule und der Geek-Teil meiner Klasse hatte natürlich Diablo II. Der damalige Tagesablauf war in etwa: Aufstehen, vor / nach / zwischen dem Unterricht über seine Diablo Funde der letzten Nacht diskutieren und am Abend gemeinsam das Battle.net von Dämonen befreien. Genau diese soziale Komponente war es, die Diablo II von einem guten Spiel in den Olymp der grandiosen Spiele gehoben hat und mit dem Wegfall dieser ist es nur noch ein fast zwölf Jahre altes, aber trotzdem gutes Spiel.

Der neuste  Zugang in meiner “Coole Spiele von Früher”-Sammlung ist die Grand Theft Auto Classics Sammlung (Steam Link), die zufälligerweise während der Feiertag im Sonderangebot für 10 Euro über den virtuellen Ladentisch ging (Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.). Der tatsächliche Titel der Begierde war aber Vice City und die Motivation dahinter besteht im wiederholten Beenden der Story. Obwohl die optische Enttäuschung nicht so groß wie bei Diablo II war, tauchen in meiner Erinnerungen weder verwaschenen (oft fast einfärbige) Texturen noch die relativ spät aufpoppenden Fahrzeuge oder Fußgänger auf. Obwohl ich kein Kind der 80er bin, übt das zeitliche Setting des Spiels eine unheimliche Faszination auf mich aus und es reichen die ersten Momente des Intros (YouTube Link) um mir ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern und voll in die virtuelle Welt schlecht gekleideter Menschen einzutauchen. Das Rauschen des Meeres beim Rockstar Logo, das Einsetzen des “Video Killed the Radio Star” Refrains beim C64 Ladebildschirm und die Mischung des synthetische Sound und die von Urlaubskarten geklauten Bilder von Vice City wecken sofort positive Erinnerungen. Trotz der mittlerweile in die Jahre gekommen Steuerung dauert es nur wenige Minuten, bis man sagen kann, man ist in Vice City angekommen und es fühlt sich einfach nur gut an. Die Musik aus dem Autoradio passt, die kitschigen Farben sind unerwartet angenehm und die Dialoge erinnern an Fernsehserien aus der Kindheit. Aber warum Vice City und nicht der wegweisende dritte Teil der Serie? Warum nicht das deutlich umfangreichere San Andreas oder das klassische GTA bzw. GTA 2? Vermutlich liegt es nicht am Spiel (wobei Vice City wirklich unheimlich gelungen ist), sondern vielmehr am Zeitpunkt. Kurz nach der (PC) Veröffentlichung startete ich meinen Weg in die Arbeitswelt (siehe “Es war einmal … E-Sport“) und aufgrund des fehlenden Internetzugangs in den eigenen vier Wänden, war GTA Vice City der Titel, der mich sechs Monate lang bei Laune gehalten hat. Durch eine glückliche Fügung durfte ich damals auch mit Take 2 zusammenarbeiten, wodurch ich in den Besitz des (schwer erhältlichen) Soundtracks gekommen bin und mich die Musik von Vice City quasi jeden Tag auf den Weg zur und von der Arbeit begleitet hat. Früher, als ich noch mit meinem Sony Discman unterwegs war, das waren halt noch Zeiten.

Und genau im Wort “Früher” steckt auch das Geheimnis hinter der Faszination für alte Videospiele (und auch der Grund für den Titel des Beitrags). Jeder hat wohl schon von älteren Generationen den titelgebenden Einleitungssatz gehört, dabei innerlich die Augen verdreht und sich seinen eigenen Teil gedacht. Es war rein von den Fakten her früher nicht wirklich besser, aber es war anders. Es gab noch kein heute und der Maßstab mit denen man Dinge verglichen hat war deutlich niedriger als er es etwa heute ist. So wie ältere Generationen über Winter mit unglaublichen Schneemengen oder unfassbar warmen Sommermonaten sinnieren, so blicken heutige Mitzwanziger auf die Videospiele von vor zehn Jahren zurück. Aber wie es so ist mit Erinnerungen, verblassen diese und negative Erinnerungen entschwinden einem noch schneller als die positiven Momente.  Man neigt dazu geistig weich zu zeichnen und vermischt im konkreten Fall die Spielerfahrung mit den Einflüssen, die man während des Spielens erlebte. Die endlosen Gespräche mit Freunden über das im Spiel erlebte, die bewusste Ablenkung vom ersten richtig Job, der spannende Sommer in dem man mit dem Gameboy im Gepäck tausende Kilometer mit der ÖBB und dem Sommerticket hinter sich brachte oder die unterhaltsamen Wutausbrüche seiner LAN Gegner während einer Runde Instagib auf Q3DM17. Früher war halt doch alles besser.

Aber genug Textzeilen der Nostalgie gewidmet, es wird wieder Zeit sich den wichtigen Dingen im Leben zu widmen, denn hier warten noch C&C Red Alert, Monkey Island, StarCraft und RollerCoaster Tycoon auf ein würdiges Ende. Zunächst werde ich aber wohl diesem Wissenschaftler Gordon helfen, der hat in einer Einrichtung namens Black Mesa ein kleines Problem oder so …

Videospielrückblick 2011

Kein raffiniertes Wortspiel in der Überschrift zum Jahresrückblick 2011? Irgendwie langweilig, aber damit muss man wohl leben. Es ist wieder die Zeit des Jahres, während der die vor Tagen oder bereits Wochen fertig geschriebenen Jahresrückblicke sowie Ausblicke online gehen, um auch während der Feiertage die Leserschaft bei der Stange zu halten. Bei mir läuft es anders und obwohl ich im Dezember mit Texten gegeizt habe, hatte ich einfach keine Lust etwas vorzubereiten (oder ich könnte ehrlich sein und dem gelungenen polyneux Adventskalender die Schuld zu zuschieben). Aber genug des Vorgeplänkels, es geht schließlich um meinen Videospielrückblick 2011 und da ich wohl ein eher atypische Spielverhalten an den Tag lege (weniger Triple A Produkte, mehr B & C Titel und zeitlich stark verschoben), sind die Chance ganz gut nicht in Lobhudelei für Battlefield 3 oder Call of Duty Modern Warfare 3 abzudriften. Vielleicht liegt es aber auch einfach daran, dass es keiner der beiden Shooter in meine Konsole schaffte.

Alan Wake (zum Beitrag)
Zwar kein richtiger 2011er Titel, aber definitiv in meinen Lieblingstiteln 2011. Abgesehen von der starken Verspätung, wird auch mein merkwürdiges Spielverhalten aufgezeigt, da ich in den ersten beiden Februar Wochen die ersten 80% des Spiels absolvierte und erst in den ersten beiden Juni Wochen das für mich unbefriedigende Finale zu Gesicht bekam. Alan Wake hat Schwächen (Schlauchlevels, alte Grafik, wiederholende Gegner), welche aber von den Stärken (Storytelling, Angst, perfekter Schwierigkeitsgrad) deutlich wegkaschiert werden. Obwohl das im demnächst erscheinende Spin-Off (Alan Wake’s American Nightmare) eher action- als storyorientiert sein soll, freue ich mich darauf.

Alice: Madness Returns (zum Beitrag)
Ich möchte darauf hinweisen, dass es sich um keine Bestenliste sondern um eine Art Rückblick handelt oder besser gesagt Vergangenheitsbewältigung. Wirklich so schlimm? Ja! Alice: Madness Returns ist definitiv ein Machwerk von World of Warcraft Chinafarmern, die glauben, dass Videospiele noch langweiliger als das Sammeln von Gold in Online-Rollenspielen sein müssen.

Bulletstorm (zum Beitrag)
In der nicht USK Version ein extrem brutaler Shooter, der im Vorfeld primär durch eine äußerst aggressive Marketingkampagne (TV Commercial, Duty Calls, Last Call) als mit spielerischen Qualitäten geglänzt hat. Neben einer abgedrehten Geschichte versuchte der Entwickler mit dem “Kill with Skill” System sich von der Masse abzuheben und als alter Zivildiener lautet mein Fazit: Eine unbeschreiblich unterhaltsame und rasante Achterbahnfahrt ohne Tiefen oder Hänger, die auch Verweigerern am Dienst mit der Waffe unheimlich viel Spaß macht, zumindest bis man die Kampagne beendet hat.

Driver San Francisco (zum Beitrag)
Der Underdog des Jahres und gleichzeitig der Gewinner der Bronzemedaille im Rennen um meine Zuneigung in den vergangen 36X Tagen. Die Grundidee liest sich ähnlich hirnlos wie bei Bulletstorm (Die Seele des im Koma befindlichen Cop macht durch das Shiften in die verschiedensten KFZ Lenker Jagd auf seinen Nemesis, der praktischerweise auch für die unbefriedigende Gesamtsituation verantwortlich ist.), aber das perfekte Fahrgefühl, das Shiften in andere Autos, die abgedrehten Gespräche, die unendlich vielen Challenges, der erfrischende Mehrspielermodus, der massive Spielumfang und die motivierenden Frustmomente in den bockschweren klassischen Rennherausforderungen mach Driver SF zu dem Arcade Raser im Jahr 2011.

From Dust (zum Beitrag)
Hat Spaß gemacht, wollte ich irgendwann zu Ende spielen, aber der Movements / In Bewegung hält mich davon ab. Trotz YouTube Komplettlösung ist der zwölfte Level für mich unschaffbar, aber die elf Welten davor haben mich ausgezeichnet unterhalten.

Halo: CE Anniversary (zum Beitrag)
Mein Verhältnis zu dem zehn Jahre alten Spiel ist merkwürdig. Ich war im zarten Alter von 17 zu schlecht um den Titel auf der Xbox (1) zu beenden, habe es aber im Jahr 2004 bis ins österreichische Finale der Halo for Windows World Championship geschafft (Beweisfoto). Seither trage ich stolz den Titel des oberösterreichischen Halo for Windows Champions, der mir neben etlichen Groupies auch einen Fisher Space Pen einbrachte. Ok das mit den Groupies stimmt nicht, aber der Stift ist dafür unheimlich cool und ist noch immer im Einsatz. Dank Coop Modus befinde ich mich wieder mitten in der Kampagne und dank tatkräftiger Unterstützung stehen auch die Chance gut nach zehn Jahren das Ende vom Anfang zu sehen (Hint: Man achte auf das raffinierte Wortspiel!). Die für heutige Verhältnisse einfache Spielmechanik (die nicht durch gefühlte 100 Nebenmissionen aufgeblasen wird), die ansprechende Story und der unglaublich gute Soundtrack erzeugen einfach das besondere Etwas, wodurch die Jubiläumsedition den zweiten ersten Platz mit einer Silbermedaille belegt. Erst Recht, da ich mit dem in Halo Reach ausgelagerten Mehrspielermodus endlich einen zweiten Shooter auf Xbox LIVE spielen kann ohne dauernd als Kanonenfutter zweckentfremdet werde.

Need for Speed The Run (zum Beitrag)
Zuerst wird der Titel in der Luft zerrissen und keine vier Wochen später findet er sich auf der Bestenliste im Jahr 2011. Moment mal! Wer hat gesagt, dass es sich hier um eine Bestenliste handelt? Es ist mehr Rückblick als Bestenliste und die drei für mich besten Spiele des Jahres sind textlich deutlich markiert. Need for Speed The Run ist wie ein One Night Stand: Macht zeitlich begrenzt unheimlich viel Spaß!

Portal 2 (zum Beitrag)
Mein persönlicher Liebling in diesem Kalenderjahr. Auch wenn ich im Mai härtere Worte verwendete (“… es hat einfach nicht … Klick gemacht …”), habe ich den Titel im Gegensatz zu allen anderen Spielen in diesem Jahr in Summe 2 ½ Mal durchgespielt und auch den Coop Modus erfolgreich zu einem Ende gebracht. Ich bin eher der Einzelspieler und bei Portal 2 stimmt in diesem Bereich einfach alles. Die Länge ist optimal, das Sounddesign sowie die Sprecher sind ausgezeichnet und auch die Art wie die Geschichte transportiert wird ist rückblickend mehr als nur gelungen. Die gelungene Story brauche ich wohl nicht auch noch erwähnen oder?

Rise of Nightmares (zum Beitrag)
Mein Kinect Titel des Jahres, der gleichzeitig auch mein einziger Kinect Titeln war. Zusätzlich noch mein persönlicher Hype Titel, der mich auf der gamescom erfolgreich geblendet hat (mehr dazu im gamescom Sega Round-Up). Anstatt über das Spiel zu schreiben, ist der Aufwand dahinter wohl deutlich spannender. Mittels Schokoversprechen wurde die lokale Microsoft Niederlassung so lange angefüttert, bis ein Kinect Leihsensor in den eigenen vier Wänden eintraf. Da die örtliche Position der Xbox 360 eine geringe Kompatibilität mit Bewegungsspielen hat, wurde ein Stockwerk tiefer ein kompletter Raum neu arrangiert (Sprich: alle Möbel aus dem Fenster geworfen) und der technische Blödsinn (Zitat meiner Mutter) ebenfalls dorthin verfrachtet. Der Spuk dauerte zwei Wochen und nach der Retournierung des Sensor wurde zurück arrangiert (Sprich: zurück durch das Fenster in den Raum). Das wollten zwar jetzt die Wenigsten (oder Niemand) lesen, aber dafür musste ich nichts mehr zum Spiel schreiben. Obwohl, es gab da noch diesen Wien Besuch von Sega

Sonic Generations (zum Beitrag)
Kontrollblick in den ersten Absatz … ausgezeichnet, ich habe mein atypische Spielverhalten und meinen merkwürdigen Spielgeschmack erwähnt. Das beste (richtige) Sonic Spiel (für stationäre Konsolen) seit 15 Jahren (Sonic the Hedgehog 3 erschien 1994) und wenn man den anderen Bloggern und Schreiberlingen so glaubt, ist Sonic Generations zwar gut, aber eher Fanbefriedigung statt Evolution (und ich hätte hier so gerne einen Revolution Witz untergebracht). Es wird gesagt, dass Rayman Origins das bessere Comeback sei und auch spielerisch deutlich besser ist. Mir doch egal, denn der blaue Igel hat sich dieses Jahr einen Ehrenplatz in meinem Herzen ersprinten, aber leider die Top 3 ganz knapp verfehlt.

Und sonst so …
Neben den zehn Titeln gab es natürlich noch mehr und da war zum Beispiel Assassin’s Creed Brotherhood, welches einer meiner Spätsommertitel war und ich immerhin vor der Veröffentlichung von Assassin’s Creed 2.75 (“Revelations”) das Ende (“den Cliffhanger am Schluss”) erlebt habe. Kurz darauf wagte ich mich zurück zum PC und versuchte mich mit Freunden an Age of Empires Online, welches zwar 40 Stunden kostenlosen Spielspaß versprach, aber bereits nach vier Stunden stinklangweilig wurde. Beyond Good & Evil HD legte im März ein kurzes Intermezzo hin, konnte sich aber nicht gegen das schöne Wetter im Frühling durchsetzen und dient seither als eiserne Videospielreserve für harte Zeiten ohne Videospielnachschub, auf die ich seither warte und die vermutlich auch nicht so schnell kommen werden. Laut Steam habe ich mich auch an The Binding of Isaac versucht, es aber nie bis zur letzten Etage geschafft (vermuteter Grund: mangelnde Geduld).

… da war doch noch was …
Natürlich fehlt da noch Forza Motorsport 4, was mehr als solide ist und auch unheimlich viel Spaß macht. Es hat aber trotzdem nichts im Rückblick verloren, da es eher ein großes Update vom dritten Teil ist und genre-bedingt die Innovationen etwas minimalistischer sind als bei anderen Titeln. Mit Batman: Arkham City bin ich noch nicht durch und obwohl es durchaus unterhält, fühle ich mich aufgrund der 347 Nebenmissionen etwas überfordert und planlos. Trotz besserem Wissen landete dann noch Minecraft 1.0 auf der Festplatte, aber das extreme Suchtpotential blieb mir persönlich bisher verborgen.

… und zukünftig?
Neben Beyond Good & Evil HD und Batman: Arkham City stehen derzeit drei weitere Titel auf meiner Videospielliste, die ich versuche praktisch gleichzeitig zu spielen und die eigentlich nicht unterschiedlicher sein könnten und mich wohl bis zum Ende des ersten Quartals 2012 begleiten werden: Skyrim (Ja, ich bin schwach geworden!), Dota 2 (Ja, ich werde nach fünf Monaten langsam aber sicher schwach!) & Grand Theft Auto: Vice City (Ja, ich werde immer wieder schwach!)