Xbox Schal

Passend zur Farbgestaltung dieser Seite und absolut nicht passend zum derzeitig praktisch nicht existenten Winter folgt heute (zur Überbrückung bis zum nächsten “richtigen” Beitrag) ein Ausflug in die Welt der Fashion Blogger / Hipster / Merchandise Sammler. Das Objekt der Begierde ist ein form- und farbschöner Xbox Schal, der bisher aufgrund des aktuen Schneemangels in den tieferen Lagen von Österreich sehnsüchtig auf seinen ersten richtigen winterlichen Einsatz wartet.

  

Die Qualität und Verarbeitung ist wie bei praktisch alle Xbox Merchandise Artikel eher hochwertig. Der Stoff ist doppelt gelegt und die beidseitigen Fransen an den Enden sind sehr dicht. Als Farbe wurde (wie auf den Fotos ersichtlich ist) das typische Xbox Grün gewählt, wodurch das Versteckspiel in der Öffentlichkeit definitiv eine neue Challenge wird. Eigentlich ganz hübsch, aber in Realität leider eher schwer mit der grauer, brauner oder schwarzen Winterkleidung kombinierbar.

Der Xbox Schal war im Rahmen einiger Promotion Aktionen in Österreich erhältlich und kann nicht im Handel erworben werden. Ein Bonusfoto sowie viele andere Fotos gibt es im Picasa-Webalbum und weitere Hipster Beiträge aus der Kategorie Kleidung verstecken sich hinter diesem Link.

Misfits

Nach dem Beitrag der letzten Woche (siehe “Und früher war alles besser …“) geht die nostalgische Reise in die Vergangenheit weiter und obwohl die Überschrift identisch mit dem Titel einer (übrigens sehr gelungenen) britischen Fernsehserie ist, startet hier die Reise zu vergessenen Videospielen die nie die Herzen der breiten Masse erreicht haben, ich einfach spannend gefunden habe oder heute noch immer spannend finde.

Glover (1998 / Hasbro Interactive / N64, PS1 / YouTube)
Im Gegensatz zur eher suboptimalen PlayStation Umsetzung war die N64 Version mehr als gelungen, ging aber in einer Zeit voller schlechter Super Mario 64 Klone leider unter. Als weißer Handschuh mit Unterstützung eines Spielballs glänzte der Action-Plattformer mit äußerst cleverem Leveldesign und wenn man die Spielmechanik mal raus hatte, fühlte man sich als ob man die Schwerkraft kontrollieren konnte. Es war es wohl auch das erste Spiel, welches die physikalischen Gesetze als ein grundlegendes und essentielles Spielelement nutzte.

Heart Of Darkness (1998 / Interplay / PS1, PC / YouTube)
Im Bezug auf endlose Verschiebungen kommen beim inoffiziellen Nachfolger von Another World teilweise Erinnerungen an Duke Nukem Forever hoch. Der Franzose Eric Chahi erzählt mit dem 2D Jump & Run eine merkwürdig liebenswert packende Geschichte eines Jungen auf der Suche nach seinem Hund. Für damalige Verhältnisse bot das Spiel kinoreife Zwischensequenzen und war auch optisch (dank vorgerenderter Elemente) lange Zeit der wohl schönste Vertreter des Genres. In meiner Erinnerung war es auch bockschwer oder ich war einfach nicht gut genug.

Rockstar Games Presents Table Tennis (2006 / Rockstar / 360, Wii / YouTube)
Die Macher der Grand Theft Auto Reihe und Tischtennis? Ernsthaft? Wer möchte freiwillig Tischtennis (und damit ist wirklich nur Tischtennis) auf einer Videospielkonsole spielen? Leider nicht wirklich viele Leute, aber im Vergleich zu heutigen Sportspielen steckt viel mehr im Titel als man es vielleicht erwarten würde. Eine extrem gut durchdachte und äußerst präzise Steuerung, atemberaubende Geschwindigkeit und die für Rockstar so typische filmreife Inszenierung. Zusätzlich tobte sich das Studio aus San Diego in Ihrer Detailverliebtheit aus und bot 19 unterschiedliche Locations und hauchte den elf verfügbaren Spielern Charakteren ein Leben inklusive eigener Persönlichkeit und individuellen Spielstil ein. Vielleicht ist es übertrieben, aber meine Meinung nach ist Rockstar Games Presents Table Tennis auch nach sechs Jahren in vielen Bereichen den heutigen Sportspielen deutlich überlegen (zumindest in der Xbox 360 Version). Falls jemand das Spiel zu Hause herumliegen haben sollte und keine Verwendung mehr dafür hat, würde ich mich über einen kurzen Kommentar oder eine E-Mail (siehe Kontakt) freuen.

Let’s Tap! (2009 / Sega / Wii / YouTube)
Mangels Wii leider nie selbst gespielt, aber ich bin von der Idee mehr als nur begeistert. Ähnlich wie bei Glover war aber wohl der Zeitpunkt am wirtschaftlichen Versagen Schuld, denn zur Veröffentlichung hatte die Wii schon den Ruf einer Minispielkonsole. Die missbräuchliche Nutzung der Wii Remote wirkt zwar anfangs dämlich, ist aber eigentlich doch clever und erfrischen anders im Vergleich zur 0815 Minispielkost.

Free Running (2007 / Reef & Ubisoft / PS2, PSP, Wii / YouTube)
Quasi die Tony Hawk Version Assassin’s Creed und Mirror’s Edge. Leider ebenfalls nur von Videos und Reviews bekannt und anscheinend gar nicht übel und die praktisch “realere” Parkour Erfahrung. Wenn man sich auf die störrische Kamera einlässt und kein Problem mit dem britischen Einfluss hat, dann wohl eine äußerst spannende Erfahrung die 2009 auch auf der Wii zweitverwertet wurde.

Re-Volt (1999 / Acclaim / DC, N64, PC, PS1 / YouTube)
Wohl einer der genialisten und unterschätzten Fun-Racer überhaupt. Mario Kart trifft auf Micro Machines in 3D und bereits Pre-2000 beinhaltete das Spiel einen funktionierenden Streckeneditor inklusive der heute gängigen sozialen Komponenten Play, Create & Share. Früher als es noch LAN-Partys gab war Re-Volt für mich und viele anderen wohl einer der LAN-Pflichttitel und das absolut zu recht (Lustig, Fordernd, Fair & Gemein). Intern hat der Titel bei Acclaim leider gegen Burnout verloren und wurde dadurch weder beworben noch proaktiv vertrieben. Acclaim ist mittlerweile Pleite, aber dank einer aktiven Mod-Community lebt Re-Volt in den Tiefen des Internets weiter.

Mirror’s Edge (2008 / Electronic Arts / 360, PS3, PC / YouTube)
Passend zum Spiel läuft gerade der Titeltrack Still Alive von Lisa Miskovsky im Hintergrund und vor meinem inneren Auge taucht die im Spiel so wichtige Farbe Rot auf. Das schwedische Studio DICE hat mit Mirror’s Edge versucht aus dem Battlefield Teufelskreis auszubrechen und wurde von den Käufern für die Originalität abgestraft. Ja es ist extrem geradlinig, ja es sollte mehr Moves geben, ja es gibt Abschnitte die nerven und ja der Stil mag nicht jedermanns Sache sein, aber wenn man sich auf Hauptfigur Faith und die surreale Welt einlässt, wird man umso mehr belohnt. Es ist alles aus einem Guss, der Soundtrack transportiert Emotionen und es ist einfach eine unglaublich intensive Spielerfahrung. Sollte DICE nicht bald einen Nachfolger ankündigen, muss ich wohl dieses Jahr erneut einen Urlaub in Schweden einplanen und mal ein ernstes Wörtchen mit den Jungs und Mädels in Stockholm wechseln.

Und zum Ende natürlich die Frage aller Fragen: Was sind eurer Meinung nach die wichtigsten Misfits der letzten Jahre?

Und früher war alles besser …

Ursprünglich sollte hier ein Text über Remakes und deren Faszination zu lesen sein, aber beim Spiel mit den Gedanken zum Thema hat sich eine andere Thematik herauskristallisiert: Das Phänomen der alten Videospiele. Pünktlich mit den Feiertagen steht dem geneigten Mitzwanziger mehr Freizeit als im restliche Jahr zur Verfügung und obwohl in den letzten Wochen mehr als genügend neue Spiele erschienen sind und der gefürchtet Pile of Shame mittlerweile ein Rekordniveu erreicht, steigt irgendwie das Verlangen nach alten Videospielen. Vor einigen Jahren war es schwer den Drang zu befrieden, aber in Zeiten digitaler Downloadstores hat sich schon fast ein eigener Industriezweig um alte PC Videospiele gebildet und virtuelle Ladentheken wie Steam oder Good Old Games bieten im Austausch gegen Kreditkartendetails rasche (und unkomplizierte) Suchtbefriedigung. Die Hemmschwelle ist aufgrund des Preises niedrig, die schnelle Datenleitung befördert die Bits und Bytes rasch auf die heimische Festplatte und oft nur wenige Minuten später startet der Ausflug in die virtuelle Vergangenheit. Zumindest war es bei mir so und über die letzten Jahre haben sich etliche Spiele angesammelt, die ich aus unterschiedlichsten Gründen praktisch doppelt gekauft habe und die mich aus den unterschiedlichsten Gründen leider auch enttäuscht haben.

Da war zum Beispiel Diablo II (Amazon Link*), welches Erinnerungen an durchgespielte Nächte, zerklickte linke Maustasten und quasi unendlich viel Spaß hervorgerufen hat. Und obwohl mir bewusst war, dass es sich um ein Spiel aus dem Jahr 2000 handelt, musste ich aufgrund der maximalen Auflösung von 640 x 480 Pixel die Augen mehrmals mit Seife auswaschen um nicht sofort zu erblinden. Mit der ersten (und einzigen) Erweiterung erhöhte Blizzard diese Limitierung gütigerweise auf 800 x 600 Pixel, wodurch es bis zu einem gewissen Teil auch in der heutigen Zeit (auf kleinen Bildschirmen) spielbar wird. Obwohl Diablo II trotz des Alters auf spielerischer Ebene noch funktioniert, war das Gefühl anders als ich es in Erinnerung hatte. Die Sammelmotivation war zwar irgendwie vorhanden, aber der Spaßfaktor war deutlich geringer als erwartet. Zum einen lag es vermutlich an der optischen Komponente, aber der tatsächliche Grund war wohl meine Einsamkeit in Sanktuario. 2000 ging ich noch zur Schule und der Geek-Teil meiner Klasse hatte natürlich Diablo II. Der damalige Tagesablauf war in etwa: Aufstehen, vor / nach / zwischen dem Unterricht über seine Diablo Funde der letzten Nacht diskutieren und am Abend gemeinsam das Battle.net von Dämonen befreien. Genau diese soziale Komponente war es, die Diablo II von einem guten Spiel in den Olymp der grandiosen Spiele gehoben hat und mit dem Wegfall dieser ist es nur noch ein fast zwölf Jahre altes, aber trotzdem gutes Spiel.

Der neuste  Zugang in meiner “Coole Spiele von Früher”-Sammlung ist die Grand Theft Auto Classics Sammlung (Steam Link), die zufälligerweise während der Feiertag im Sonderangebot für 10 Euro über den virtuellen Ladentisch ging (Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.). Der tatsächliche Titel der Begierde war aber Vice City und die Motivation dahinter besteht im wiederholten Beenden der Story. Obwohl die optische Enttäuschung nicht so groß wie bei Diablo II war, tauchen in meiner Erinnerungen weder verwaschenen (oft fast einfärbige) Texturen noch die relativ spät aufpoppenden Fahrzeuge oder Fußgänger auf. Obwohl ich kein Kind der 80er bin, übt das zeitliche Setting des Spiels eine unheimliche Faszination auf mich aus und es reichen die ersten Momente des Intros (YouTube Link) um mir ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern und voll in die virtuelle Welt schlecht gekleideter Menschen einzutauchen. Das Rauschen des Meeres beim Rockstar Logo, das Einsetzen des “Video Killed the Radio Star” Refrains beim C64 Ladebildschirm und die Mischung des synthetische Sound und die von Urlaubskarten geklauten Bilder von Vice City wecken sofort positive Erinnerungen. Trotz der mittlerweile in die Jahre gekommen Steuerung dauert es nur wenige Minuten, bis man sagen kann, man ist in Vice City angekommen und es fühlt sich einfach nur gut an. Die Musik aus dem Autoradio passt, die kitschigen Farben sind unerwartet angenehm und die Dialoge erinnern an Fernsehserien aus der Kindheit. Aber warum Vice City und nicht der wegweisende dritte Teil der Serie? Warum nicht das deutlich umfangreichere San Andreas oder das klassische GTA bzw. GTA 2? Vermutlich liegt es nicht am Spiel (wobei Vice City wirklich unheimlich gelungen ist), sondern vielmehr am Zeitpunkt. Kurz nach der (PC) Veröffentlichung startete ich meinen Weg in die Arbeitswelt (siehe “Es war einmal … E-Sport“) und aufgrund des fehlenden Internetzugangs in den eigenen vier Wänden, war GTA Vice City der Titel, der mich sechs Monate lang bei Laune gehalten hat. Durch eine glückliche Fügung durfte ich damals auch mit Take 2 zusammenarbeiten, wodurch ich in den Besitz des (schwer erhältlichen) Soundtracks gekommen bin und mich die Musik von Vice City quasi jeden Tag auf den Weg zur und von der Arbeit begleitet hat. Früher, als ich noch mit meinem Sony Discman unterwegs war, das waren halt noch Zeiten.

Und genau im Wort “Früher” steckt auch das Geheimnis hinter der Faszination für alte Videospiele (und auch der Grund für den Titel des Beitrags). Jeder hat wohl schon von älteren Generationen den titelgebenden Einleitungssatz gehört, dabei innerlich die Augen verdreht und sich seinen eigenen Teil gedacht. Es war rein von den Fakten her früher nicht wirklich besser, aber es war anders. Es gab noch kein heute und der Maßstab mit denen man Dinge verglichen hat war deutlich niedriger als er es etwa heute ist. So wie ältere Generationen über Winter mit unglaublichen Schneemengen oder unfassbar warmen Sommermonaten sinnieren, so blicken heutige Mitzwanziger auf die Videospiele von vor zehn Jahren zurück. Aber wie es so ist mit Erinnerungen, verblassen diese und negative Erinnerungen entschwinden einem noch schneller als die positiven Momente.  Man neigt dazu geistig weich zu zeichnen und vermischt im konkreten Fall die Spielerfahrung mit den Einflüssen, die man während des Spielens erlebte. Die endlosen Gespräche mit Freunden über das im Spiel erlebte, die bewusste Ablenkung vom ersten richtig Job, der spannende Sommer in dem man mit dem Gameboy im Gepäck tausende Kilometer mit der ÖBB und dem Sommerticket hinter sich brachte oder die unterhaltsamen Wutausbrüche seiner LAN Gegner während einer Runde Instagib auf Q3DM17. Früher war halt doch alles besser.

Aber genug Textzeilen der Nostalgie gewidmet, es wird wieder Zeit sich den wichtigen Dingen im Leben zu widmen, denn hier warten noch C&C Red Alert, Monkey Island, StarCraft und RollerCoaster Tycoon auf ein würdiges Ende. Zunächst werde ich aber wohl diesem Wissenschaftler Gordon helfen, der hat in einer Einrichtung namens Black Mesa ein kleines Problem oder so …

Videospielrückblick 2011

Kein raffiniertes Wortspiel in der Überschrift zum Jahresrückblick 2011? Irgendwie langweilig, aber damit muss man wohl leben. Es ist wieder die Zeit des Jahres, während der die vor Tagen oder bereits Wochen fertig geschriebenen Jahresrückblicke sowie Ausblicke online gehen, um auch während der Feiertage die Leserschaft bei der Stange zu halten. Bei mir läuft es anders und obwohl ich im Dezember mit Texten gegeizt habe, hatte ich einfach keine Lust etwas vorzubereiten (oder ich könnte ehrlich sein und dem gelungenen polyneux Adventskalender die Schuld zu zuschieben). Aber genug des Vorgeplänkels, es geht schließlich um meinen Videospielrückblick 2011 und da ich wohl ein eher atypische Spielverhalten an den Tag lege (weniger Triple A Produkte, mehr B & C Titel und zeitlich stark verschoben), sind die Chance ganz gut nicht in Lobhudelei für Battlefield 3 oder Call of Duty Modern Warfare 3 abzudriften. Vielleicht liegt es aber auch einfach daran, dass es keiner der beiden Shooter in meine Konsole schaffte.

Alan Wake (zum Beitrag)
Zwar kein richtiger 2011er Titel, aber definitiv in meinen Lieblingstiteln 2011. Abgesehen von der starken Verspätung, wird auch mein merkwürdiges Spielverhalten aufgezeigt, da ich in den ersten beiden Februar Wochen die ersten 80% des Spiels absolvierte und erst in den ersten beiden Juni Wochen das für mich unbefriedigende Finale zu Gesicht bekam. Alan Wake hat Schwächen (Schlauchlevels, alte Grafik, wiederholende Gegner), welche aber von den Stärken (Storytelling, Angst, perfekter Schwierigkeitsgrad) deutlich wegkaschiert werden. Obwohl das im demnächst erscheinende Spin-Off (Alan Wake’s American Nightmare) eher action- als storyorientiert sein soll, freue ich mich darauf.

Alice: Madness Returns (zum Beitrag)
Ich möchte darauf hinweisen, dass es sich um keine Bestenliste sondern um eine Art Rückblick handelt oder besser gesagt Vergangenheitsbewältigung. Wirklich so schlimm? Ja! Alice: Madness Returns ist definitiv ein Machwerk von World of Warcraft Chinafarmern, die glauben, dass Videospiele noch langweiliger als das Sammeln von Gold in Online-Rollenspielen sein müssen.

Bulletstorm (zum Beitrag)
In der nicht USK Version ein extrem brutaler Shooter, der im Vorfeld primär durch eine äußerst aggressive Marketingkampagne (TV Commercial, Duty Calls, Last Call) als mit spielerischen Qualitäten geglänzt hat. Neben einer abgedrehten Geschichte versuchte der Entwickler mit dem “Kill with Skill” System sich von der Masse abzuheben und als alter Zivildiener lautet mein Fazit: Eine unbeschreiblich unterhaltsame und rasante Achterbahnfahrt ohne Tiefen oder Hänger, die auch Verweigerern am Dienst mit der Waffe unheimlich viel Spaß macht, zumindest bis man die Kampagne beendet hat.

Driver San Francisco (zum Beitrag)
Der Underdog des Jahres und gleichzeitig der Gewinner der Bronzemedaille im Rennen um meine Zuneigung in den vergangen 36X Tagen. Die Grundidee liest sich ähnlich hirnlos wie bei Bulletstorm (Die Seele des im Koma befindlichen Cop macht durch das Shiften in die verschiedensten KFZ Lenker Jagd auf seinen Nemesis, der praktischerweise auch für die unbefriedigende Gesamtsituation verantwortlich ist.), aber das perfekte Fahrgefühl, das Shiften in andere Autos, die abgedrehten Gespräche, die unendlich vielen Challenges, der erfrischende Mehrspielermodus, der massive Spielumfang und die motivierenden Frustmomente in den bockschweren klassischen Rennherausforderungen mach Driver SF zu dem Arcade Raser im Jahr 2011.

From Dust (zum Beitrag)
Hat Spaß gemacht, wollte ich irgendwann zu Ende spielen, aber der Movements / In Bewegung hält mich davon ab. Trotz YouTube Komplettlösung ist der zwölfte Level für mich unschaffbar, aber die elf Welten davor haben mich ausgezeichnet unterhalten.

Halo: CE Anniversary (zum Beitrag)
Mein Verhältnis zu dem zehn Jahre alten Spiel ist merkwürdig. Ich war im zarten Alter von 17 zu schlecht um den Titel auf der Xbox (1) zu beenden, habe es aber im Jahr 2004 bis ins österreichische Finale der Halo for Windows World Championship geschafft (Beweisfoto). Seither trage ich stolz den Titel des oberösterreichischen Halo for Windows Champions, der mir neben etlichen Groupies auch einen Fisher Space Pen einbrachte. Ok das mit den Groupies stimmt nicht, aber der Stift ist dafür unheimlich cool und ist noch immer im Einsatz. Dank Coop Modus befinde ich mich wieder mitten in der Kampagne und dank tatkräftiger Unterstützung stehen auch die Chance gut nach zehn Jahren das Ende vom Anfang zu sehen (Hint: Man achte auf das raffinierte Wortspiel!). Die für heutige Verhältnisse einfache Spielmechanik (die nicht durch gefühlte 100 Nebenmissionen aufgeblasen wird), die ansprechende Story und der unglaublich gute Soundtrack erzeugen einfach das besondere Etwas, wodurch die Jubiläumsedition den zweiten ersten Platz mit einer Silbermedaille belegt. Erst Recht, da ich mit dem in Halo Reach ausgelagerten Mehrspielermodus endlich einen zweiten Shooter auf Xbox LIVE spielen kann ohne dauernd als Kanonenfutter zweckentfremdet werde.

Need for Speed The Run (zum Beitrag)
Zuerst wird der Titel in der Luft zerrissen und keine vier Wochen später findet er sich auf der Bestenliste im Jahr 2011. Moment mal! Wer hat gesagt, dass es sich hier um eine Bestenliste handelt? Es ist mehr Rückblick als Bestenliste und die drei für mich besten Spiele des Jahres sind textlich deutlich markiert. Need for Speed The Run ist wie ein One Night Stand: Macht zeitlich begrenzt unheimlich viel Spaß!

Portal 2 (zum Beitrag)
Mein persönlicher Liebling in diesem Kalenderjahr. Auch wenn ich im Mai härtere Worte verwendete (“… es hat einfach nicht … Klick gemacht …”), habe ich den Titel im Gegensatz zu allen anderen Spielen in diesem Jahr in Summe 2 ½ Mal durchgespielt und auch den Coop Modus erfolgreich zu einem Ende gebracht. Ich bin eher der Einzelspieler und bei Portal 2 stimmt in diesem Bereich einfach alles. Die Länge ist optimal, das Sounddesign sowie die Sprecher sind ausgezeichnet und auch die Art wie die Geschichte transportiert wird ist rückblickend mehr als nur gelungen. Die gelungene Story brauche ich wohl nicht auch noch erwähnen oder?

Rise of Nightmares (zum Beitrag)
Mein Kinect Titel des Jahres, der gleichzeitig auch mein einziger Kinect Titeln war. Zusätzlich noch mein persönlicher Hype Titel, der mich auf der gamescom erfolgreich geblendet hat (mehr dazu im gamescom Sega Round-Up). Anstatt über das Spiel zu schreiben, ist der Aufwand dahinter wohl deutlich spannender. Mittels Schokoversprechen wurde die lokale Microsoft Niederlassung so lange angefüttert, bis ein Kinect Leihsensor in den eigenen vier Wänden eintraf. Da die örtliche Position der Xbox 360 eine geringe Kompatibilität mit Bewegungsspielen hat, wurde ein Stockwerk tiefer ein kompletter Raum neu arrangiert (Sprich: alle Möbel aus dem Fenster geworfen) und der technische Blödsinn (Zitat meiner Mutter) ebenfalls dorthin verfrachtet. Der Spuk dauerte zwei Wochen und nach der Retournierung des Sensor wurde zurück arrangiert (Sprich: zurück durch das Fenster in den Raum). Das wollten zwar jetzt die Wenigsten (oder Niemand) lesen, aber dafür musste ich nichts mehr zum Spiel schreiben. Obwohl, es gab da noch diesen Wien Besuch von Sega

Sonic Generations (zum Beitrag)
Kontrollblick in den ersten Absatz … ausgezeichnet, ich habe mein atypische Spielverhalten und meinen merkwürdigen Spielgeschmack erwähnt. Das beste (richtige) Sonic Spiel (für stationäre Konsolen) seit 15 Jahren (Sonic the Hedgehog 3 erschien 1994) und wenn man den anderen Bloggern und Schreiberlingen so glaubt, ist Sonic Generations zwar gut, aber eher Fanbefriedigung statt Evolution (und ich hätte hier so gerne einen Revolution Witz untergebracht). Es wird gesagt, dass Rayman Origins das bessere Comeback sei und auch spielerisch deutlich besser ist. Mir doch egal, denn der blaue Igel hat sich dieses Jahr einen Ehrenplatz in meinem Herzen ersprinten, aber leider die Top 3 ganz knapp verfehlt.

Und sonst so …
Neben den zehn Titeln gab es natürlich noch mehr und da war zum Beispiel Assassin’s Creed Brotherhood, welches einer meiner Spätsommertitel war und ich immerhin vor der Veröffentlichung von Assassin’s Creed 2.75 (“Revelations”) das Ende (“den Cliffhanger am Schluss”) erlebt habe. Kurz darauf wagte ich mich zurück zum PC und versuchte mich mit Freunden an Age of Empires Online, welches zwar 40 Stunden kostenlosen Spielspaß versprach, aber bereits nach vier Stunden stinklangweilig wurde. Beyond Good & Evil HD legte im März ein kurzes Intermezzo hin, konnte sich aber nicht gegen das schöne Wetter im Frühling durchsetzen und dient seither als eiserne Videospielreserve für harte Zeiten ohne Videospielnachschub, auf die ich seither warte und die vermutlich auch nicht so schnell kommen werden. Laut Steam habe ich mich auch an The Binding of Isaac versucht, es aber nie bis zur letzten Etage geschafft (vermuteter Grund: mangelnde Geduld).

… da war doch noch was …
Natürlich fehlt da noch Forza Motorsport 4, was mehr als solide ist und auch unheimlich viel Spaß macht. Es hat aber trotzdem nichts im Rückblick verloren, da es eher ein großes Update vom dritten Teil ist und genre-bedingt die Innovationen etwas minimalistischer sind als bei anderen Titeln. Mit Batman: Arkham City bin ich noch nicht durch und obwohl es durchaus unterhält, fühle ich mich aufgrund der 347 Nebenmissionen etwas überfordert und planlos. Trotz besserem Wissen landete dann noch Minecraft 1.0 auf der Festplatte, aber das extreme Suchtpotential blieb mir persönlich bisher verborgen.

… und zukünftig?
Neben Beyond Good & Evil HD und Batman: Arkham City stehen derzeit drei weitere Titel auf meiner Videospielliste, die ich versuche praktisch gleichzeitig zu spielen und die eigentlich nicht unterschiedlicher sein könnten und mich wohl bis zum Ende des ersten Quartals 2012 begleiten werden: Skyrim (Ja, ich bin schwach geworden!), Dota 2 (Ja, ich werde nach fünf Monaten langsam aber sicher schwach!) & Grand Theft Auto: Vice City (Ja, ich werde immer wieder schwach!)

Halo: Combat Evolved Anniversary

Seit etwa 30 Minuten sitze ich in einem dunklen Raum vor dem Bildschirm und nur die Überschrift des heutigen Beitrags hat es bisher auf das virtuelle Blatt Papier geschafft. Das Thema ist eigentlich einfach, denn es geht um ein fast zehn Jahre altes Spiel oder eigentlich um die vor wenigen Wochen erschienene Neuauflage dazu. Aber zurück in den März 2002, als Halo (Untertitel im Deutschen: Kampf um die Zukunft) mein Grund war, einen schwarzen unförmigen Block samt einem für meine kleinen Hände deutlich zu großen Controller anzuschaffen. Als PC Spieler wagte ich den Versuch einen Ego Shooter mittels Analogsticks zu steuern und was soll ich sagen, ich scheiterte kläglich und der Master Chief starb geschätzte 1091 Tode im Kampf gegen die Allianz sowie die Flood. Gefrustet gab ich irgendwann auf und gestehe nun meine wohl größte Videospielsünden: Ich habe Halo: Combat Evolved nie zu Ende gespielt.

Das Spiel aus dem Hause Bungie war damals aufgrund stark beschränkte Munition, keiner regeneriender Gesundheit sowie taktisch klug vorgehende Gegner schwer und das Remastering von 343 Industries hat nichts daran geändert. Abgesehen von hübschen optischen Effekten, hochauflösenden Texturen, einer Online Integration via Xbox LIVE (inklusive Coop Modus), dem neu eingespielten Soundtrack, Minianpassungen für Fans sowie dem im wahrsten Sinne des Wortes in Halo: Reach ausgelagerten Mehrspielermodus ist alles beim Alten. Die Auflistung klingt zwar nach einem neuen Spiel und das ist es eigentlich auch, aber dann doch irgendwie nicht. Halo hatte (damals) etwas besonderes an sich, das ein gewisses Gefühl in der Magengegend erzeugte, welches einzigartig war. Es war der Wow-Effekt der sich einstellte, als man im ersten Level den Angriff auf das UNSC Raumschiff namens Pillar of Autumn überlebte und kurz danach als Spartan 117 seine virtuellen Füße auf die künstliche Ringwelt Halo setzte. Man stieg aus dem abgestürzten Rettungsschiff und erblickt den Ring, auf dessen Innenseite man sich fortan befand und hatte im Jahr 2002 eigentlich keine genaue Vorstellung wer man war, was vor einem lag, was da eigentlich gerade abgeht und mit der im perfekten Moment einsetzenden orchestralische Musik im Hintergrund startet man seinen Suche nach weiteren Überlebenenden des Angriffs.

Analytisch betrachtet liegt auch hier das Geheimnis des Titels und damit auch der Neuauflage. Die Kombination aus Story, Optik und Musik hievten das gefühlt träge Gameplay in den Olymp der Videospiele. Der Trick liegt im Soundtrack (Amazon Affiliate-Link*) und vermutlich war sich damals weder Bungie noch Microsoft bewusst, welch meisterhaften Coup sie damit gelandet haben. Obwohl ich selbst damals schnell frustriert war und bereits im ersten Drittel des Titels aufgab, hat mich der Soundtrack auf einer bestimmte Art und Weise geprägt. Mein musikalisches Gedächtnis ist schlecht, aber wenn man mich Mitten in der Nacht aufwecken würde und mir drei Sekunden aus dem Halo Soundtrack vorspielt, wäre die Erkennungsrate bei 100%.

Halo: Combat Evolved Anniversary funktioniert glücklicherweise trotz massiven Facelifting genauso wie das ursprüngliche Spiel. Innerhalb weniger Sekunden ist es wieder da, das gleiche Gefühl wie im März 2002 und dank der optischen Generalsanierung mindert die optische Komponente nicht die nostalgisch weichgezeichneten Erinnerungen. Wegen Vollständigkeit und so sei noch erwähnt, dass man dank technischem Voodoo jederzeit im laufenden Spiel zwischen der remasterten optischen Spielerfahrung und der (hochgerechnete) zehn Jahre alte Version wechseln kann. Ein nettes Gimmick, welches einem die rosarote Brille abnimmt und deutlich aufzeigt, wie trügerisch doch das eigene Erinnerungsvermögen sein kann.

Die Anniversary Edition von Halo: Combat Evolved wechselt überraschenderweise zum fairen Budgetpreis von etwa 35 Euro den Besitzer (Amazon Affiliate-Link*) und ist natürlich exklusiv für die Xbox 360 erhältlich. Jeder der den Titel damals gespielt hat und in Besitz einer Xbox 360 ist muss eigentlich zuschlagen und alle anderen ebenso, denn bei Halo: Combat Evolved handelt es sich um das wohl beste Halo aller Zeiten und dank des Coop Modus über Xbox LIVE haben auch Halo-Versager wie ich die Chance das Ende vom Anfang zu sehen.

Gespielt wurde eine von Microsoft zur Verfügung gestellt Version auf der Xbox 360. Dank des Coop Modus über Xbox LIVE wurde vor dem Verfassen des Beitrags der sechste Level absolviert und einige Runde im Mehrspielermodus verbracht.